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BayernInvest setzt auf Qualität und Wachstum: Chancen in US- und Schwellenländeraktien im zweiten Halbjahr 2026

München, 10. Juni 2026 – Geopolitische Spannungen, temporär erhöhte Inflation und anhaltende Marktvolatilität prägen das Kapitalmarktumfeld. Die BayernInvest sieht dennoch attraktive Chancen für Anleger. Im aktuellen CIO Letter für das dritte Quartal 2026 erhöht die BayernInvest die Aktienquote und setzt auf Qualitätsaktien, US- und Schwellenländerwerte sowie Infrastrukturinvestments. Die Kapitalmärkte haben die geopolitischen Belastungen des ersten Halbjahres bemerkenswert gut verarbeitet und werden weiterhin von robusten Unternehmensgewinnen getragen. Zwar sorgte der Iran-Konflikt in Verbindung mit dem Citrini Report für einen deutlichen Volatilitätsschub, doch erste Entspannungssignale und eine starke Berichtssaison ermöglichten eine rasche Erholung der Aktien-märkte.

„Das erste Halbjahr hat gezeigt, wie wichtig aktives Management in einem von Überraschungen geprägten Umfeld ist. Die Fähigkeit, Marktverwerfungen antizyklisch zu nutzen und Portfolios flexibel anzupassen, bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor", sagt Daniel Kerbach, Chief Investment Officer bei BayernInvest.


Ölpreis und Schwellenländer als Gewinner des ersten Halbjahres

Der Ölpreis gehörte mit einem Anstieg von fast 70 Prozent zu den stärksten Gewinnern des ersten Halbjahres. Schwellenländer-Aktien legten teils 20 Prozent zu, der koreanische KOSPI-Index sogar rund 80 Prozent. Europäische und US-amerikanische Anleihemärkte bewegten sich hingegen nahe der Nulllinie, da der Zinsanstieg am langen Ende die Kurse belastete. Unternehmensanleihen konnten dennoch einen, wenn auch kleinen, positiven Beitrag leisten.


Straße von Hormus bleibt entscheidender Faktor

Für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft bleibt die Wiederöffnung der Straße von Hormus der entscheidende geopolitische Einflussfaktor. Im Basisszenario erwartet die BayernInvest eine Lösung bis Ende Juni oder Anfang Juli. In diesem Fall dürfte die EZB angesichts temporär erhöhter Inflation einen weiteren Zinsschritt vollziehen, während für 10-jährige Bundesanleihen ein Zielkorridor von rund 3,20 Prozent auf Jahressicht erwartet wird. In den USA sieht BayernInvest kurzfristig nur begrenzten Spielraum für Zinssenkungen; weitere Zinserhöhungen gelten jedoch ebenfalls als unwahrscheinlich.
Im Negativszenario – einer anhaltenden Blockade über den Sommer hinaus – würden sowohl Fed als auch EZB zu weiteren Zinsschritten gezwungen, was in Europa eine Rezession auslösen könnte. Für 10-jährige US-Treasuries würde in diesem Szenario eine Rendite von 4,60 bis 5,00 Prozent zum Jahresende erwartet.
„Die Straße von Hormus ist mehr als ein geopolitisches Symbol, sie ist derzeit der wichtigste Weichensteller für Inflation, Zinsen und Wachstum in Europa. Unser Basisszenario geht von einer Lösung im Frühsommer aus. Bleibt sie aus, wird es für die Eurozone eng", so Kerbach.


Berichtssaison: USA und Asien strukturell im Vorteil

Die Ergebnisse des ersten Quartals bestätigten die regionale Hierarchie der Kapitalmärkte. Während US-Technologiekonzerne wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta ihre Investitionsbudgets auf zusammen 650 bis 700 Milliarden Dollar anhoben und die Gewinne der sieben größten amerikanischen Technologiewerte 2026 um rund 30 Prozent wachsen sollen, fehlt Europa die nötige Breite.
Asiatische Halbleiterunternehmen wie TSMC, Samsung und SK Hynix lieferten außergewöhnlich starke Ergebnisse, getragen von der anhaltend starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Europa zeigte mehr Widerstandskraft als erwartet, profitiert jedoch nicht von einer breiten Gewinnbeschleunigung, sondern von einer selektiven Erholung mit hoher Sektorstreuung.

 

Portfoliostrategie: Aktien übergewichtet, Duration kurz bis mittel

BayernInvest nutzte die durch den Iran-Krieg ausgelöste Marktvolatilität, um die Aktienquote von Neutral auf Übergewichten anzuheben. US-Aktien und Schwellenländer-Aktien wurden auf einfach Übergewichten gesetzt, europäische Aktien von Untergewichten auf Neutral angehoben. Im Anleihenbereich wurden US-Staatsanleihen neu beigemischt und von Untergewichten auf Neutral erhöht. Gleichzeitig wurde die Beimischung europäischer High-Yield-Anleihen veräußert, da steigende Ausfallwahrscheinlichkeiten und hohe Neuemissionsaktivität das Risiko-Rendite-Verhältnis verschlechtert haben.
Im Bereich der alternativen Investments bleibt BayernInvest bei Rohstoffen übergewichtet, empfiehlt nach der starken Performance jedoch aktives Rebalancing. Infrastrukturinvestments werden weiter übergewichtet, während Immobilien und Private Credit auf einfach Untergewichten gestuft werden. Insgesamt ergibt sich eine einfach positive Risikoallokation mit Fokus auf ein ausgewogenes Qualitätsportfolio. Für das Gesamtjahr werden Renditen im hohen einstelligen Bereich für möglich gehalten.
„In einem Umfeld, das viele Fragen offenlässt, ist Qualität keine defensive Entscheidung. Im Gegenteil, sie ist die offensivste, die man treffen kann. Wir sind klar positioniert, verfügen aber gleichzeitig über die notwendige Flexibilität, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können", fasst Kerbach zusammen.

Kontakt

Ursula Schwarz

Leitung Unternehmenskommunikation