Unsicherheit als Chance: Märkte im Zeichen von Geopolitik und Künstlicher Intelligenz – Warum aktives Management, Qualitätstitel und Diversifikation im Jahr 2026 entscheidend bleiben
Geopolitik und Energiepreise als zentrale Risikofaktoren
Das erste Quartal 2026 war von starken Marktbewegungen geprägt. Nach zunächst positiven Entwicklungen kam es infolge geopolitischer Eskalationen – insbesondere im Nahen Osten – zu deutlichen Rückschlägen an den Kapitalmärkten. Risikoassets gerieten unter Druck, während sichere Häfen sowie Rohstoffe, allen voran Öl, deutlich zulegten.
Die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus stellen derzeit einen zentralen Unsicherheitsfaktor dar. Einschränkungen im Öltransport treiben die Energiepreise und erhöhen kurzfristig die Inflationsrisiken. Für die Kapitalmärkte bedeutet dies eine anhaltend erhöhte Volatilität.
Makroökonomisches Umfeld bleibt stabil – mit regionalen Unterschieden
Trotz geopolitischer Verwerfungen bleibt die globale Konjunktur insgesamt stabil. Die USA behaupten ihre Rolle als Wachstumsmotor und setzen sich weiter von Europa ab, wo die wirtschaftliche Dynamik moderat bleibt und stärker von fiskalischen Impulsen abhängt.
Die Zentralbanken stehen gleichzeitig vor einem schwierigen Balanceakt: Während steigende Energiepreise den Inflationsdruck erhöhen könnten, sprechen konjunkturelle Risiken gegen eine zu restriktive Geldpolitik. Die Fed dürfte tendenziell später mit Zinssenkungen beginnen, während die EZB zwischen Inflations- und Wachstumsrisiken abwägen muss. Entsprechend bleibt der geldpolitische Ausblick von Unsicherheit geprägt.
Künstliche Intelligenz als struktureller Treiber – mit neuen Risiken
Künstliche Intelligenz bleibt ein zentraler Treiber der Kapitalmärkte. Gleichzeitig zeigen jüngste Marktreaktionen, wie sensibel insbesondere technologiegetriebene Geschäftsmodelle auf neue Disruptionsszenarien reagieren.
„Langfristig sehen wir weiterhin erhebliches Potenzial, insbesondere in Bereichen wie Infrastruktur, Energie und Halbleiter, die von der KI-Transformation profitieren“, erläutert Daniel Kerbach.
Private Credit: Erste Anzeichen von Schwäche
Im Bereich Private Credit mehren sich Hinweise auf steigende Risiken. Bewertungsunterschiede, zunehmende Rücknahmeanfragen sowie strukturelle Herausforderungen deuten darauf hin, dass die Assetklasse an Stabilität verliert. Entsprechend hat die BayernInvest die Einschätzung für Teile der alternativen Anlagen reduziert.
Konsequenzen für Anleger: Qualität und Diversifikation im Fokus
Vor dem Hintergrund des anspruchsvollen Marktumfelds empfiehlt die BayernInvest eine ausgewogene Positionierung mit Fokus auf Qualität. Wachstumsstarke Substanzaktien mit soliden Fundamentaldaten sowie Investment-Grade-Anleihen bieten weiterhin attraktive Perspektiven.
Im Bereich der alternativen Anlagen bleiben insbesondere Infrastruktur und Rohstoffe interessant, während bei Private Credit und Immobilien Zurückhaltung geboten ist. Eine strategische Liquiditätsquote schafft zudem Flexibilität, um Marktchancen gezielt zu nutzen.
„Gerade in einem von geopolitischen Risiken geprägten Umfeld sind selektive Allokation, aktives Risikomanagement und ein klarer Fokus auf Qualität entscheidend, um Chancen gezielt zu nutzen und Risiken zu steuern“, so Kerbach.
