ESG-News

September 2020

16. September 2020
Umfrage: Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern ein gesellschaftlicher Wandel

Für 80 Prozent der Privatkunden von Banken und anderen Finanzdienstleistern in Deutschland ist Nachhaltigkeit keine vorübergehende Modeerscheinung, sondern ein gesellschaftlicher Wandel. 83 Prozent der Privatkunden halten dabei den Umwelt- und Klimaschutz für eine der größten Herausforderungen unserer Generation. Nachhaltige Finanzprodukte sind allerdings der Mehrheit der Privatkunden noch kein Begriff. Dies sind Kernergebnisse einer Befragung von mehr als 4.000 Privatkunden zum Themenkomplex Sustainable Finance, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in Auftrag gegeben hat.

Für Banken und andere Finanzdienstleister wird ihre Haltung zum Thema Nachhaltigkeit ein zunehmend wichtiger Differenzierungsfaktor. So spielt für 47 Prozent der Privatkunden der Umgang mit Nachhaltigkeit eine Rolle, wenn sie sich gegen oder für einen Finanzdienstleister entscheiden müssen. 81 Prozent der Befragten äußern dabei die Überzeugung, dass ihre Bank nicht nur nachhaltige Produkte anbieten, sondern als Unternehmen ebenfalls Nachhaltigkeitsprinzipien verfolgen sollte.

Als Motiv für die nachhaltige Kapitalanlage geben 47 Prozent der Befragten an, dass diese einen Beitrag dazu leisten, „die Welt ein bisschen besser zu machen“. Die UN Sustainable Development Goals, die sich am nachhaltigen Kapitalmarkt zunehmend als Referenz für den Beitrag von Unternehmen zu einer solchen nachhaltigen Entwicklung etablieren, sind allerdings nur 28 Prozent der Befragten bekannt.

Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) erwartet von ihrer Bank, dass sie nachhaltige Finanzprodukte anbietet, 46 Prozent wollen aktiv darüber informiert und beraten werden. 51 Prozent der Befragten besitzen derzeit kein nachhaltiges Finanzprodukt, können sich aber vorstellen, in ein solches Produkt zu investieren. Gleichzeitig kennen lediglich 5 Prozent das entsprechende Angebot ihrer Bank.

Mit den drei Aktienfonds DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz, DKB Nachhaltigkeitsfonds Europa und DKB Nachhaltigkeitsfonds SDG hat die BayernInvest drei Fonds im Angebot, die sich sowohl an private Anleger als auch institutionelle Investoren richten.

BayernInvest informiert umfassend
Um die Informationssituation zu nachhaltigen Finanzprodukten für Anleger in Deutschland weiter zu verbessern, hat die BayernInvest in den vergangenen Monaten verschiedene neue Informationsangebote etabliert. Dazu gehören insbesondere der Video-Talk BayernInvest for Impact, der Podcast Ökonomics Investor Talk, der Ökonomics Investor Letter sowie ein Lexikon der wichtigsten Begriffe aus dem Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen. Weitere Infos hierzu unter www.bayerninvest.de.

Mehr Informationen zur Umfrage unter: www.pwc.de/de/nachhaltigkeit/sustainable-finance/privatkundenstudie-2020.html

10. September 2020
Bund begibt grüne Bundeswertpapiere

Am 24. August 2020 hat die Bundesrepublik Deutschland ihr erstes Rahmenwerk für grüne Bundeswertpapiere veröffentlicht. Mit der Emission von grünen Bundeswertpapieren will die Bundesregierung Transparenz über die grünen Haushaltsausgaben des Bundes schaffen und gleichzeitig den Sustainable Finance Standort in Deutschland stärken. Der erste „Green Bund“ wird eine Bundesanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren sein, ihre Neuemission ist für September 2020 vorgesehen (ISIN DE0001030708). Im vierten Quartal soll dann die erste grüne Bundesobligation folgen.

Das aufgenommene Kapital fließt unter anderem in die Förderung sauberer Verkehrssysteme und die Reduktion von CO2-Emissionen von Fahrzeugen. Zudem sollen mit den Erlösen der Übergang zu einer weitgehend mit erneuerbaren Energien arbeitenden Wirtschaft und einem effizienteren Energieverbrauch beschleunigt und die Forschung für eine nachhaltigere Zukunft unterstützt werden. Damit leistet der Bund nach eigener Einschätzung auch einen Beitrag zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt.

Bei der Auswahl der grünen Haushaltspositionen orientiert sich der Bund an etablierten internationalen Marktstandards, etwa den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) und insbesondere den Green Bond Principles der International Capital Market Association (ICMA).

Das nun veröffentlichte Rahmenwerk stellt die Kategorien der grünen Ausgaben des Bundes dar. Dabei werden den Emissionserlösen grundsätzlich Ausgaben des abgeschlossenen, vorhergehenden Haushaltsjahres zugeordnet. Einbezogen wurden die Ausgaben aus sieben Ministerien im Jahr 2019. Diese wurden im Einzelnen überprüft und einer externen Evaluierung durch ISS ESG unterzogen (sog. „Second Party Opinion“). Die Haushaltspositionen in Höhe von gut 12,7 Milliarden Euro, die anhand der Kriterien des Rahmenwerks als grün klassifiziert wurden, lassen sich folgenden fünf Sektoren zuordnen: Verkehr, Internationale Zusammenarbeit, Forschung/Innovation/Information, Energie/Industrie sowie Land-/Forstwirtschaft/Naturlandschaften.

Die neuen grünen Bundeswertpapiere werden grundsätzlich mit den identischen Merkmalen eines bestehenden konventionellen Bundeswertpapieres ausgestattet (d.h. gleiche Laufzeit und gleicher Kupon). Mit dem Konzept dieser Zwillingsanleihen verfolgt der Bund das Ziel, für Standardlaufzeiten der konventionellen Kurve grüne Zwillinge zu begeben. So will der Bund allen Investoren passende Laufzeiten anbieten und perspektivisch mit einer grünen Euro-Zinsbenchmark einen zusätzlichen Mehrwert für den Sustainable Finance Markt schaffen.

Mehr unter: www.deutsche-finanzagentur.de/de/institutionelle-investoren/bundeswertpapiere/gruene-bundeswertpapiere

02. September 2020
Expertenumfrage: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Wasserknappheit sind die dringendsten Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung

Der Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt und die Wasserknappheit sind die drei dringendsten Herausforderungen für eine globale nachhaltige Entwicklung. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Report „Sustainability Leaders Survey“, der auf einer weltweiten Befragung von über 700 Nachhaltigkeitsexperten aus Wirtschaft, Regierungsorganisationen, NGOs und Wissenschaft basiert.

94 Prozent der Befragten bewerten dabei die Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels als „dringend“ oder sogar „sehr dringend“. Mit 86 Prozent landet der Verlust der Artenvielfalt auf Rang zwei der dringendsten Herausforderungen, gefolgt von Wasserknappheit mit 84 Prozent.  

Vor dem Hintergrund der globalen Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Rezession gewinnen nach Einschätzung der Experten auch soziale Themen an Bedeutung. So ist die Bekämpfung der Armut für 79 Prozent der Befragten eine wichtige Aufgabe (Rang 5) gefolgt von der Bekämpfung von wirtschaftlichen Ungleichheiten (78 Prozent). Knapp die Hälfte der Experten befürchtet, dass die Corona-Krise zu einer geringeren Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeitsthemen führen könnte.

Mehr unter: https://sustainability.com/wp-content/uploads/2020/08/GSS-Leaders-Report-2020.pdf

August 2020

26. August 2020
Gründung der Task Force on Nature-related Financial Disclosure (TNFD)

Nach dem Vorbild der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) hat sich unter anderem unter Beteiligung der Weltbank die Task Force on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) gegründet. Der TNFD geht es – über den im Fokus der Arbeiten des TCFD stehenden Klimawandel hinaus – um umfassendere ökologische Risiken, die im Zusammenhang mit Themen wie Kunststoffen in der ozeanischen Nahrungskette oder dem Verlust der Bodenfruchtbarkeit stehen. Ziel der TNFD ist es, darauf aufmerksam zu machen, wie die negativen Auswirkungen des Finanzsektors auf Natur und Artenvielfalt verringert werden können. 

Die Initiative basiert auf einer Partnerschaft von Global Canopy, United Nations Development Programme (UNDP), United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) und World Wide Fund for Nature (WWF) und wird zunächst als informelle Arbeitsgruppe agieren. Der eigentliche Launch der TNFD ist für kommendes Jahr geplant. In einem Zwei-Jahres-Programm soll die Arbeitsgruppe erarbeiten, welche Daten die Finanzwirtschaft benötigt, um besser verstehen zu können, welche Auswirkungen sie auf die natürliche Umwelt hat und welche Risiken daraus resultieren können.

Die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) wurde im Jahr 2015 vom Finanzstabilitätsrat (FSB, Financial Stability Board) gegründet, um Rahmenbedingungen und Standards für eine transparente und effektive unternehmerische Klimaberichterstattung zu erarbeiten.

Mehr unter: www.tnfd.info

 

12. August 2020
UN Nachhaltigkeitsziele: Unternehmen müssen ihre Aktivitäten intensivieren

Nur 39 Prozent der Unternehmen weltweit sind der Überzeugung, dass ihre eigenen nachhaltigkeitsbezogenen Ziele und Maßnahmen ambitioniert genug sind, um die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die der UN Global Compact, die weltweit größte Selbstverpflichtung von Unternehmen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, unter ihren Unterzeichnern durchgeführt hat. Gegenstand der Befragung waren neben den Fortschritten der Unternehmen bei der Umsetzung der zehn Prinzipien des UN Global Compact die Beiträge der Unterzeichner zur Erreichung der SDGs.

Aus dem Bericht „Uniting Business for a better World“ geht hervor, dass immerhin 61 Prozent der Unternehmen Produkte und Dienstleistungen anbieten, die grundsätzlich zu den SDGs beitragen. Die Unternehmen konzentrieren sich dabei vor allem auf die Ziele 3 (Gesundheit und Wohlbefinden), 8 (menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), 12 (verantwortungsvoller Konsum und Produktion) und 13 (Klimaschutz). Insbesondere zur Förderung von sozialen Zielen wie dem Abbau von Ungleichheiten und der Gleichstellung von Frauen und Männern werden dagegen von den Unternehmen nur wenige Maßnahmen durchgeführt. 57 Prozent der Unternehmen geben an, die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die SDGs zu messen, allerdings beziehen nur 13 Prozent der Unternehmen ihre Zulieferer in die Analyse ein. Angesichts dieser Ergebnisse müssen die Unternehmen nach Einschätzung von Experten ihre Aktivitäten deutlich intensivieren, um ihren Beitrag zur Erreichung der SDGs zu leisten.

Hintergrund:

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind ein von der UN-Vollversammlung im Jahr 2015 verabschiedeter Katalog von 17 globalen Entwicklungszielen, durch die die Lebenssituation der Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 deutlich verbessert werden soll. Zu den Zielen gehören beispielsweise die Bekämpfung von Armut und Hunger, die Bereitstellung bezahlbarer und sauberer Energie, die Sicherstellung einer hochwertigen Bildung sowie der Schutz von Klima und Artenvielfalt. Die 17 Hauptziele werden durch 169 Einzelziele konkretisiert.

Der Global Compact der Vereinten Nationen ist die weltweit größte Selbstverpflichtung für Unternehmen zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Anfang 2020 hatten sich mehr als 10.000 Unternehmen aus über 160 Staaten dazu verpflichtet, die insgesamt 10 Prinzipien des UN Global Compact umzusetzen und jährlich über ihre entsprechenden Fortschritte zu berichten. Die Prinzipien betreffen die Einhaltung von Arbeitsstandards und Menschenrechten, den Schutz von Umwelt und Klima sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der UN Global Compact wird von zahlreichen nachhaltigen Anlegern als Basis für die Definition von Ausschlusskriterien genutzt. Dabei werden Unternehmen vom Investment ausgeschlossen, die schwerwiegend gegen die Prinzipien verstoßen.

Juli 2020

29. Juli 2020
Studie: Impact Investing in Deutschland – ein Wachstumsmarkt

Die Bundesinitiative Impact Investing (Biii) hat ihren ersten Bericht zum Marktvolumen von Impact Investments in Deutschland vorgelegt. Danach hängt das konkrete Marktvolumen maßgeblich davon ab, wie man Impact Investing definiert und abgrenzt. Die Biii nutzt hier vier verschiedene Definitionen: 

Das Impact Investing im engen Verständnis umfasst zwei Unterbereiche:
•    Das Impact-First fokussiert sich vorrangig auf sozialem oder ökologischem Ertrag und erst an zweiter Stelle auf finanzielle Rendite. Das Marktvolumen in Deutschland beträgt bei dieser sehr engen Definition von Impact Investing lediglich 62 Mio. Euro.
•    Finance-First zielt auf finanzielle Rendite, die jedoch strategisch ausdrücklich mit sozialen oder ökologischen Ertragserwartungen kombiniert ist. Für diese Form der Impact Investments liegt das Marktvolumen bei rund 2,8 Mrd. Euro.

Auch das Impact Investing im weiten Verständnis umfasst nach der Definition des Biii zwei Unterbereiche:
•    Socially Responsible Investments (SRI) beabsichtigen eine finanzielle Rendite, generieren aber positive soziale oder ökologische Externalitäten. Ihr Marktvolumen liegt in Deutschland bei rund 344 Mio. Euro.
•    ESG Investing generiert finanzielle Rendite, vermeidet dabei jedoch soziale, ökologische oder Governance-Risiken bzw. entsprechende negative Externalitäten. Das Marktvolumen dieser Anlagen summiert sich in Deutschland auf etwa 3,25 Mrd. Euro. 

Insgesamt addiert sich das vom Biii unter der Überschrift Impact Investing erfasste Anlagevolumen in Deutschland damit auf knapp 6,5 Mrd. Euro. Davon entfallen 3,6 Mrd. Euro und damit mehr als die Hälfte auf Stiftungen und Family Offices. Größte Anteilsklasse ist mit einem Anlagevolumen von über 1,5 Mrd. Euro der Bereich Private / Public Debt. Mit jeweils mehr als einer Milliarde Euro sind Public Equity, Publicly Traded Debt und Real Assets insgesamt ebenfalls stark vertreten.
Für die Analyse der Investmentthemen nutzt die Biii die UN Sustainable Development Goals (SDGs) als Referenz. Danach stehen aktuell in Deutschland rund 520 Mio. Euro mit dem SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen) in Verbindung, 309 Mio. Euro mit SDG 7 (bezahlbare und saubere Energie) und 164 Mio. Euro mit SDG 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden). 

Die Marktanalyse „Impact Investing in Deutschland 2020 – ein dynamischer Wachstumsmarkt“ wurde vom Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg durchgeführt und von der Bertelsmann Stiftung, der BMW Foundation Herbert Quandt sowie dem Bundesverband Deutscher Stiftungen gefördert. 

Weitere Informationen unter: https://bundesinitiative-impact-investing.de/wp-content/uploads/2020/06/Impact-Investing-in-Deutschland-2020_Zusammenfassung.pdf

09. Juli 2020
BVI: Fünf Kernforderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen

Um Nachhaltigkeitsfaktoren wie unter anderem im Rahmen der Mitte Juni vom EU-Parlament verabschiedeten EU-Taxonomieverordnung sowie der EU-Offenlegungsverordnung gefordert umfassend in ihre Anlageentscheidungen einbeziehen und die sozialen und ökologischen Risiken und Chancen ihrer Investitionen richtig bewerten zu können, benötigen Fondsgesellschaften vergleichbare und verlässliche Informationen zur Nachhaltigkeit der Portfoliounternehmen. Anlässlich der Überprüfung der Non-Financial Reporting Richtlinie durch die EU-Kommission hat der BVI Bundesverband Investment und Asset Management daher fünf zentrale Forderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Unternehmen formuliert.

So fordert der Verband eine Erweiterung der sogenannten nicht-finanziellen Berichterstattung auf alle sozialen, ökologischen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung – kurz ESG – Aspekte, die für Fondsmanager bei der Anlageentscheidung relevant sind. Dazu zählen insbesondere Informationen zu den Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen sowie zu den negativen Auswirkungen der Aktivitäten eines Unternehmens auf Nachhaltigkeitsfaktoren. Zudem sollten die Unternehmen darüber berichten, welchen Anteil ihres Umsatzes sie mit Produkten und Leistungen erzielen, die nach der EU-Taxonomie als ökologisch nachhaltig gelten.

Als notwendig erachtet der BVI auch die Festlegung verbindlicher ESG-Berichtsstandards sowohl für Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen als auch für alle übrigen Elemente der Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere die Offenlegung der negativen Auswirkungen sowie der taxonomiekonformen Aktivitäten. Um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und insbesondere kleinen und mittelgroßen Asset Managern die Nutzung und Verarbeitung qualitativ hochwertiger ESG-Daten zu erleichtern, sollte nach Forderungen des BVI eine ESG-Datenbank aufgebaut werden, die den Fondsmanagern einen zentralen, kostenlosen und leicht zugänglichen Zugriff auf die Unternehmensberichte ermöglicht.

Schließlich fordert der BVI eine Anpassung der Vorgaben der EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung (NFRD) an die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) sowie die Erweiterung der Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung auf alle (Groß-)Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt finanzieren wollen.

Mehr unter: www.bvi.de/aktuelles/detail/news/bvi-fuenf-kernforderungen-zur-esg-berichterstattung-von-unternehmen/

02. Juli 2020
PRI: Leitfaden für die Unterstützung der UN Sustainable Development Goals

Die Principles for Responsible Investments (PRI), eine von den UN unterstützte internationale Investoreninitiative für eine nachhaltige Kapitalanlage, hat einen Leitfaden zur Unterstützung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, den Sustainable Development Goals (SDGs), veröffentlicht. Das fünfteilige Rahmenwerk dokumentiert, wie Investoren durch eine entsprechende Gestaltung ihrer Kapitalanlagen positive Wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft erzielen können. Um die Grundlagen für eine solche Ausrichtung der Kapitalanlage zu schaffen, sollten die Investoren dabei zunächst die positiven und negativen Wirkungen ihrer aktuellen Kapitalanlagen analysieren und darauf aufbauend Ziele und Maßnahmen für die Unterstützung der SDGs definieren.

Die BayernInvest, die die PRI bereits 2011 unterzeichnet hat, bietet mit dem DKB Nachhaltigkeitsfonds SDG einen Fonds an, der die SDGs aktiv unterstützt. Der Fonds setzt auf Unternehmen, deren unternehmerisches Handeln sich nach Einschätzung der BayernInvest positiv auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt. Basis der Anlageentscheidung sind dabei Wirkungsanalysen, die den Beitrag der Unternehmen zur Erreichung der SDG-Ziele bewerten.

Mehr unter: www.unpri.org/sdgs/investing-with-sdg-outcomes-a-five-part-framework/5895.article

Juni 2020

22. Juni 2020
EU-Parlament billigt Nachhaltigkeitstaxonomie

Das EU-Parlament hat am 18.06.2020 die Vorlage zur Einführung einer einheitlichen Taxonomie für die verbindliche Definition nachhaltiger wirtschaftlicher Tätigkeiten gebilligt. Die Taxonomie-Verordnung wird nun in einem nächsten Schritt im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und tritt innerhalb von 20 Tagen nach der Veröffentlichung in Kraft.

In der EU-Taxonomie wird für zahlreiche Branchen, unter anderem Land- und Forstwirtschaft, Energieerzeugung und Maschinenbau sowie Personen- und Güterverkehr und den Immobilienbereich definiert, wann eine wirtschaftliche Tätigkeit, beispielsweise die Herstellung von Zement oder die Stromerzeugung durch Windkraft, als nachhaltig definiert werden kann. Kernelement der Taxonomie ist eine Nachhaltigkeitsprüfung anhand von definierten Evaluierungskriterien und Grenzwerten. Dabei wird unter anderem geprüft, ob die Tätigkeit zu einem der sechs im Rahmen der Taxonomie definierten Umweltziele, beispielsweise dem Klimaschutz, der Anpassung an den Klimawandel sowie der Vermeidung von Umweltverschmutzung beiträgt und kein anderes dieser Ziele erheblich beeinträchtigt.

Die Taxonomie ist Grundlage zahlreicher weiterer im Rahmen des EU-Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstum verfolgten Maßnahmen. So sollen beispielsweise Anbieter von Nachhaltigkeitsfonds zukünftig darüber berichten, wie und in welchem Umfang die dem Finanzprodukt zugrunde liegenden Investitionen in ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten im Sinne der Taxonomie investiert werden. Auch bei der Gestaltung des neuen EU-Standards für die Emission von Green Bonds sowie eines EU-Qualitätssiegels für nachhaltige Anlageprodukte wird die Taxonomie ein zentraler Bezugspunkt sein.

Mehr unter: ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_20_1112

18. Juni 2020
Klimawandel beeinflusst globale Lieferketten der deutschen Wirtschaft

Die globalen Auswirkungen des Klimawandels beeinflussen die deutsche Wirtschaft aufgrund ihrer hohen internationalen Verflechtung stärker als die klimabedingten Veränderungen in Deutschland und Europa. Grund dafür ist, dass deutsche Unternehmen im Rahmen der Globalisierung in bedeutendem Umfang Rohstoffe, Vorprodukte und Waren aus Ländern beziehen, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Insbesondere extreme Wetterereignisse können sich negativ auf die Landwirtschaft, die Produktionsstätten und Lager sowie die Infrastruktur in diesen Ländern auswirken und so Handel beeinträchtigen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Umweltbundesamt unter dem Titel „Folgen des globalen Klimawandels für Deutschland“ veröffentlicht hat.

Um die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhöhen, empfehlen die Autoren der Studie eine gezielte regionale Kombination von handels- und klimapolitischen Maßnahmen zur Minimierung der negativen transnationalen Effekte auf die Wohlfahrt und das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland. Dazu gehört insbesondere eine breitere regionale Diversifizierung der betrieblichen Wertschöpfungsketten, um weniger von einzelnen, durch den Klimawandel besonders stark betroffenen Ländern abhängig zu sein. Diese Neuausrichtung sollte nach Ansicht der Autoren durch eine strategische Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen in Weltregionen unterstützt werden, die besonders starke negative transnationale Klimawandelfolgen auslösen – vor allem China, Indien und Südostasien – im Rahmen einer deutschen „Klimaaußenpolitik“.

Mehr unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/2020-05-06_cc_15-2020_impactchain.pdf

08. Juni 2020
FNG-Marktbericht 2020: Auch Privatanleger entdecken die nachhaltige Kapitalanlage

Das Volumen der nachhaltigen Kapitalanlagen in Deutschland, das unter Berücksichtigung von strengen umweltbezogenen, sozialen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien angelegt wird, ist im Jahr 2019 deutlich gestiegen und lag mit knapp 270 Milliarden Euro rund 23 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Zum Wachstum beigetragen haben in bemerkenswertem Umfang auch die Privatanleger – sie investierten 2019 rund 8,9 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds und Mandate und verdoppelten damit nahezu ihre Investments in diesem Bereich. Berücksichtigt man außerdem die Kapitalanlagen, für die die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2019 eine Gesamtsumme von rund 1,64 Billionen Euro für die verantwortlichen Investments in Deutschland. Dies sind die Kernergebnisse des Marktberichts 2020, den das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen heute der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Nachhaltige Geldanlagen der Privatanleger steigen um 96 Prozent
Privatanleger in Deutschland haben ihr Engagement im Bereich der nachhaltigen Geldanlage im Jahr 2019 deutlich gesteigert. Rund 8,9 Milliarden Euro privater Investoren flossen 2019 in nachhaltige Fonds und Mandate. Mit insgesamt 18,3 Milliarden Euro hielten Privatanleger rund 11 Prozent der nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland, 89 Prozent der Gesamtsumme in Höhe von 269,3 Milliarden Euro entfielen auf institutionelle Investoren.

Nachhaltige Geldanlagen erreichen einen neuen Rekordwert
269,3 Milliarden Euro markieren einen neuen Rekordwert für die nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr ist ihr Volumen um 23 Prozent gestiegen. 120,3 Milliarden Euro (+36 Prozent) entfielen dabei auf nachhaltige Mandate, 63,2 Milliarden Euro (+41 Prozent) auf nachhaltige Investmentfonds. Leichte Zuwächse verzeichneten auch die Kundeneinlagen der insgesamt 16 im Marktbericht erfassten Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus, die um 6 Prozent auf 40,9 Milliarden Euro stiegen. Zur nachhaltigen Geldanlage zählen zudem die Eigenanlagen, die von Banken unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet werden. Sie summierten sich per Ende 2019 auf 46,6 Milliarden Euro.

Verantwortliche Investments steigen auf über 1,6 Billionen Euro – weiteres Wachstum erwartet
Auch die verantwortlichen Investments erreichten Ende 2019 in Deutschland mit 1,64 Billionen Euro einen neuen Höchststand und lagen damit um rund 7 Prozent über dem Vorjahreswert. In die Berechnung der verantwortlichen Investments fließen neben den nachhaltigen Geldanlagen auch solche Kapitalanlage ein, bei denen Nachhaltigkeitskriterien nicht auf Produktebene für einzelne Fonds oder Mandate definiert werden, sondern auf übergeordneter Unternehmensebene für alle Kapitalanlagen berücksichtigt werden.

Nachhaltige Geldanlagen sind krisenfester – weiteres Wachstum erwartet
Auch für das laufende Jahr erwartet die weit überwiegende Mehrheit der vom FNG befragten Experten ein weiteres Wachstum der unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwalteten Geldanlagen. Rund jeder dritte (33,9 Prozent) Befragte prognostiziert ein Wachstum von bis zu 15 Prozent, 40,3 Prozent der Befragten sogar ein Wachstum von 15 bis 30 Prozent. Mehr als jeder fünfte (20,9 Prozent) Befragte erwartet sogar einen Anstieg um über 30 Prozent.

Weiteren Rückenwind dürfte die nachhaltige Geldanlage durch Studien erhalten, die nachhaltigen Fonds eine höhere Krisenfestigkeit attestieren als ihren konventionellen Pendants. So zeigt beispielsweise eine Analyse der Wertentwicklung von mehr als 2.000 Aktienfonds durch Scope Analysis, dass nachhaltige Aktienfonds im ersten Quartal 2020 in allen betrachteten Regionen – Global, Europa, Nordamerika und Schwellenländer – weniger an Wert verloren als ihre konventionellen Wettbewerber.

Die Ergebnisse der Scope-Studie decken sich mit den Erfahrungen, die die BayernInvest in den vergangenen Monaten mit ihren drei Nachhaltigkeitsfonds – dem DKB Nachhaltigkeitsfonds Europa, dem DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz und dem DKB Nachhaltigkeitsfonds SDG – gemacht hat. Auch das Anlagekonzept dieser aktiv gemanagten Aktienfonds hat sich in der Krise als robust erwiesen, sodass die Portfoliomanager der Fonds eine bessere Performance erreichen konnten als vergleichbare konventionelle Fonds.

Mehr unter: https://www.forum-ng.org/images/stories/Publikationen/FNG-Marktbericht-2020.pdf

03. Juni 2020
PRI: Erwartungen von Investoren an die Umsetzung des EU Green Deal

Unter dem Titel “Investor Priorities for the EU Green Deal” hat die internationale Investoreninitiative Principles for Responsible Investment (PRI), der die BayernInvest bereits seit 2011 angehört, eine Studie zu den Empfehlungen des Kapitalmarktes zur Gestaltung und Umsetzung des EU Green Deals veröffentlicht. Der von der EU-Kommission im Dezember 2019 vorgestellte Green Deal umfasst ein Paket von Maßnahmen, durch die die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent werden soll.

In einer Umfrage unter ihren Mitgliedern ist die Initiative der Frage nachgegangen, welche Voraussetzungen aus Sicht der Investoren und Asset Manager erfüllt sein müssen, damit diese einen substanziellen Beitrag zur Unterstützung des Green Deals sowie der Nachhaltigkeitsziele der EU leisten können. Die entsprechenden Empfehlungen der PRI-Mitglieder betreffen dabei fünf Handlungsfelder: Klima und Realwirtschaft, Reporting und Transparenz, öffentliche und private Finanzierungen, Stewardship sowie die EU-Taxonomie.

Im Themenfeld Klima und Realwirtschaft fordern die Befragten unter anderem klare und verlässliche Regelungen zur Umsetzung des EU-Klimagesetzes und eine Überprüfung der bestehenden Instrumente im Hinblick auf deren Unterstützung der Transformation der Wirtschaft. So sollte beispielsweise der EU-Emissionshandel nach Einschätzung der Befragten reformiert werden, bevor es auf weitere Sektoren ausgeweitet wird.

Im Bereich der in den vergangenen Jahren deutlich erweiterten Transparentpflichten halten die Befragten eine Angleichung der regulatorischen Anforderungen an Investoren und Unternehmen für zielführend. In diesem Zusammenhang sollte die EU auch Klarheit darüber herstellen, wie die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) mit den bestehenden Berichtspflichten zu Klimarisiken in Einklang zu bringen sind. Zudem, so die PRI-Mitglieder, sollte die EU-Taxonomie, d. h. der Katalog von wirtschaftlichen Tätigkeiten, die nach Einschätzung der EU als nachhaltig bezeichnet werden können, enger mit den Klimazielen der EU, insbesondere dem Klimaneutralitätsziel verknüpft werden.

Die PRI unterstreichen mit dieser Umfrage und den daraus abgeleiteten Empfehlungen die Bedeutung, die der Kapitalmarkt für die Transformation der Wirtschaft hat. Die BayernInvest hat sich zuletzt durch ihre Unterstützung der Green Recovery Alliance dafür ausgesprochen, auch die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie dafür zu nutzen, den Umbau der Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität zu beschleunigen und den Verlust der Biodiversität zu stoppen.

Mehr unter: https://www.unpri.org/download?ac=10494

Mai 2020

28. Mai 2020
ICMA: Kompendium der politischen Initiativen im Bereich Sustainable Finance

Sowohl auf politischer und regulatorischer Seite als auch innerhalb der Finanzbranche wird im Rahmen zahlreicher Initiativen intensiv an einer Verankerung von ESG-Kriterien an den Finanz- und Kapitalmärkten gearbeitet. Die International Capital Market Association (ICMA) hat nun ein Kompendium vorgelegt, in dem die weltweit wichtigsten Initiativen im Bereich Sustainable Finance vorgestellt werden. Dazu gehören nach Einschätzung der ICMA auf globaler Ebene beispielsweise die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) zur Berichterstattung von Klimarisiken. Auf europäischer Ebene wird der EU Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums in die Übersicht aufgenommen. Als zentrale Initiative auf nationaler Ebene sieht die ICMA den Sustainable Finance-Beirat, der die Bundesregierung bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Sustainable Finance-Strategie berät.

Mehr unter: https://www.icmagroup.org/assets/documents/Regulatory/Green-Bonds/ICMA-Sustainable-finance-Compendium-of-international-policy-initiatives-best-market-practice-February-2020-200220.pdf

20. Mai 2020
SustainAbility: Rate the Raters-Studie

Die auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisierten ESG-Ratingagenturen haben für die nachhaltige Kapitalanlage eine zentrale Funktion, da ihre Analysen von Unternehmen und Staaten häufig die Basis für die Konzeption entsprechender Anlageprodukte bilden. Seit 2010 erstellt der britische Think Tank Sustainability unter dem Titel „Rate the Rater“ regelmäßig Analysen zu den Entwicklungen bei diesen Agenturen. Darin stellen die Autoren aktuelle Trends im Bereich der Erstellung der ESG-Ratings dar und zeigen, wie ESG-Ratings von den Investoren genutzt werden. Im Rahmen einer Expertenbefragung wird zudem der Frage nachgegangen, wie die Arbeit der einzelnen Agenturen bewertet wird.

Mehr unter: https://sustainability.com/wp-content/uploads/2020/03/sustainability-ratetheraters2020-report.pdf

12. Mai 2020
Nachhaltige Aktienfonds kommen besser durch die Corona-Krise

Aktienfonds, die bei der Auswahl der Unternehmen auch auf deren nachhaltigkeitsbezogene Chancen und Risiken schauen, haben sich in der Corona-Krise als robuster gegenüber Wertverlusten gezeigt als ihre konventionellen Pendants. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Wertentwicklung von mehr als 2.000 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Aktienfonds durch Scope Analysis für das erste Quartal 2020.

Danach haben nachhaltige Aktienfonds im analysierten Zeitraum und in allen betrachteten Regionen – Global, Europa, Nordamerika und Schwellenländer – weniger an Wert verloren als ihre konventionellen Wettbewerber. Am stärksten war dieser positive Effekt bei europäischen Aktienfonds. Gleichzeitig fiel der maximale Verlust, der Maximum Drawdown, bei nachhaltigen Aktienfonds mit den Anlageschwerpunkten Global, Europa und Nordamerika geringer aus als bei den Vergleichsindizes, während konventionelle Fonds hier in allen Regionen höhere Verluste als der jeweilige Marktindex verzeichneten.

Schließlich zeigte sich in beinahe allen betrachteten Regionen der Wert eines aktiven Managements der Fonds. So hielten sich aktiv gemanagte Aktienfonds mit den Anlageschwerpunkten Global, Europa und Schwellenländer in der Pandemie-Krise besser als entsprechende passive Nachhaltigkeitsprodukte.

Die Gründe für die höhere Widerstandsfähigkeit von Nachhaltigkeitsfonds sieht Scope Analytics insbesondere in der Branchenallokation der Aktienfonds. So sind Branchen, die wie der Energiesektor und die Luftfahrtbranche von der Krise besonders betroffen sind, in Nachhaltigkeitsfonds häufig untergewichtet oder sogar ausgeschlossen. Zum anderen ermöglicht es die Integration von ESG-Kriterien in den Investmentprozess, systematisch Unternehmen zu identifizieren, die besonders zukunftsfähige und damit auch in Krisenzeiten robuste Geschäftsmodelle haben.

Die Ergebnisse der Scope-Studie decken sich mit den Erfahrungen, die die BayernInvest in den vergangenen Monaten mit ihren drei Nachhaltigkeitsfonds – dem DKB Nachhaltigkeitsfonds Europa, dem DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz und dem DKB Nachhaltigkeitsfonds SDG – gemacht hat. Auch das Anlagekonzept dieser aktiv gemanagten Aktienfonds hat sich in der Krise als robust erwiesen, sodass die Portfoliomanager der Fonds eine bessere Performance erreichen konnten als vergleichbare konventionelle Fonds.

Diese Ergebnisse sollten Investoren einmal mehr davon überzeugen, dass nachhaltige Anlageprodukte ihrem doppelten Wirkungsversprechen gerecht werden: die Verknüpfung einer marktgerechten Rendite mit einem positiven Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung.

07. Mai 2020
Marktüberblick der DVFA zur SDG-Wirkungsmessung

Die 2015 von der Weltgemeinschaft beschlossenen Sustainable Development Goals (SDGs) werden zunehmend zu einer wichtigen Referenz für die Messung der nachhaltigkeitsbezogenen Wirkungen von Fonds und anderen Anlageprodukten. Die DVFA Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management e.V. hat nun einen Marktüberblick veröffentlicht, in dem verschiedene Ansätze zur Messung der SDG-bezogenen Wirkungen vorgestellt werden. Darin wird unter anderem der Frage nachgegangen, welche Methodik die Ansätze verfolgen, welche Daten dabei verwendet werden und welche Aussagekraft die Ergebnisse der entsprechenden Analysen haben. Bei der BayernInvest sind Analysen zur SDG-Wirkung fester Bestandsteil des ESG-Reportings, das sie ihren Kunden kostenfrei zur Verfügung stellt.

Mehr unter: https://www.dvfa.de/fileadmin/downloads/Verband/Kommissionen/Sustainable_Investing/DVFA_SDG-Auswirkungsmessung.pdf

April 2020

28. April 2020
Deutsche Unternehmen fordern Klima-Konjunkturprogramm

Fast 70 deutsche Unternehmen haben in einem gemeinsamen Appell an die deutsche Bundesregierung dazu aufgerufen, nach der Corona-Krise mit einem Klima-Konjunkturprogramm die Wirtschaft krisenfester zu machen. In der von der Stiftung 2° veröffentlichten Erklärung sprechen sich die Unternehmen dafür aus, bei der Klimapolitik auf dem Erreichten aufzubauen und die Ausgestaltung und Umsetzung klimapolitischer Maßnahmen konsequent weiterzuführen. Dabei könnte eine ambitionierte Klimapolitik nach Einschätzung der Unternehmen einen zentralen Beitrag zur Steigerung der Krisenresilienz der deutschen Wirtschaft leisten.

Zu den Unterzeichnern des aktuellen Aufrufs gehören 68 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, darunter auch die Dax 30-Unternehmen Bayer, Deutsche Telekom und E.on. Zusammen beschäftigen sie nach eigenen Angaben in Deutschland knapp eine Million und weltweit mehr als drei Millionen Menschen und stehen für einen globalen Umsatz von etwa einer Billion Euro. Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern.

Mehr unter: https://www.stiftung2grad.de/wp-content/uploads/2020/04/PM-2°-Klimakonjunkturprogramm-3.pdf

März 2020

25. März 2020
Umfrage: ESG-Programme steigern den Shareholder Value

ESG-Kriterien spielen bei strategischen und operativen Entscheidungen in Unternehmen eine immer größere Rolle. Dies ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey & Company unter knapp 560 Führungskräften und professionellen Anlegern aus verschiedenen Regionen und Sektoren. Knapp 57 Prozent der Befragten sind dabei der Überzeugung, dass ESG-Programme sowohl kurz- als auch langfristig Shareholder Value kreieren. In konsumorientierten Unternehmen lag der Anteil dabei mit 66 Prozent höher als in Unternehmen, die im B2B-Bereich tätig sind (56 Prozent).  

Im Hinblick auf die langfristige Entwicklung des Shareholder Value bescheinigen rund 98 Prozent der Befragten den Umweltprogrammen eine positive Wirkung, 93 Prozent sind der Ansicht, dass soziale und gesellschaftliche Programme langfristig einen positiven  Beitrag leisten. Maßnahmen im Bereich Corporate Governance tragen nach Einschätzung von rund 90 der Studienteilnehmer langfristig zum Shareholder Value bei. Im Hinblick auf den kurzfristigen Einfluss auf den Shareholder Value entfalten nach Einschätzung der Befragten dagegen Corporate Governance-Programme die größte Wirkung (67 Prozent), gefolgt von sozialen und gesellschaftlichen Programmen (66 Prozent) sowie umweltbezogenen Programmen (57 Prozent).

Eine Mehrheit der Befragten (83 %) ist der Überzeugung, dass ESG-Programme in fünf Jahren mehr zum Shareholder Value eines Unternehmens beitragen werden als heute. Die Unternehmen und Investoren, die ESG-Kriterien aktuell noch nicht in ihre Geschäftstätigkeiten einbeziehen, nannten als häufigsten Grund das Fehlen qualitativ hochwertiger ESG-Daten.

Mehr unter: https://www.mckinsey.com/business-functions/sustainability/our-insights/the-esg-premium-new-perspectives-on-value-and-performance

12. März 2020
EU Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums: Expertengruppe legt Abschlussbericht vor

Die von der EU-Kommission beauftragte Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) hat ihre Abschlussberichte zu den Themenfeldern „Taxonomie“ und „EU Green Bond Standard“ veröffentlicht. Gleich zwei Berichte beschäftigen sich mit Empfehlungen der Expertengruppe für die Ausgestaltung einer einheitlichen Definition von nachhaltigen wirtschaftlichen Tätigkeiten, der sog. „Taxonomy“. Der Report “Taxonomy: Final report of the Technical Expert Group on Sustainable Finance” enthält Empfehlungen der TEG für die Ausgestaltung der Taxonomie sowie Leitlinien dazu, wie diese von Unternehmen und Finanzinstituten genutzt werden kann. Der „Taxonomy Report. Technical Annex“ definiert für zahlreiche Branchen, unter anderem die Land- und Fortwirtschaft, die Energieerzeugung sowie den Verkehrsbereich, technische Kriterien für die Evaluierung von wirtschaftlichen Tätigkeiten, die einen Beitrag zu den beiden Umweltzielen „Bekämpfung des Klimawandels“ und „Anpassung an den Klimawandel“. 

Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Taxonomie spricht sich die TEG dafür aus, zusätzlich zu den bereits definierten sozialen Schutzzielen – die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation bei allen wirtschaftlichen Aktivitäten –  explizit weitere soziale Ziele zu integrieren. Außerdem empfiehlt sie, umweltschädliche Aktivitäten mit aufzunehmen und damit eine so genannte "braune" Taxonomie zu entwickeln.

Mehr unter: https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/business_economy_euro/banking_and_finance/documents/200309-sustainable-finance-teg-final-report-taxonomy_en.pdf

und auf https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/business_economy_euro/banking_and_finance/documents/200309-sustainable-finance-teg-final-report-taxonomy-annexes_en.pdf

10. März 2020
Klimabezogene Berichterstattung europäischer Unternehmen auf gutem Weg

Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat in einer aktuellen Studie die klimabezogene Berichterstattung europäischer Unternehmen analysiert. Danach sind größere kapitalmarktorientierte Unternehmen in Europa zwar seit 2018 dazu verpflichtet, jährlich einen sogenannten „Nichtfinanziellen Bericht“ zu veröffentlichen, die Offenlegung klimabezogener Finanzdaten befindet sich nach Einschätzung der EFRAG aber noch in einem frühen Umsetzungsstadium. Im Hinblick auf die Umsetzung der Empfehlungen der Task Force on Climate Related Financial Disclosure (TCFD) attestiert die EFRAG europäischen Konzernen gegenüber der Untersuchung aus dem Jahr 2017 eine insgesamt verbesserte Berichtsqualität. Die Klimaberichte der Unternehmen sind für ESG-Ratingagenturen und Vermögensverwalter eine wichtige Basis für die Bewertung der klimabezogenen Risiken und Chancen der Unternehmen.

Mehr unter: http://www.efrag.org/Lab1?AspxAutoDetectCookieSupport=1

10. März 2020
CDP: Deutsche Unternehmen investieren am meisten in den Klimaschutz
 
Insgesamt 124 Mrd. Euro haben rund 900 börsennotierte Unternehmen in Europa im vergangenen Jahr in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen investiert oder entsprechende Ausgaben angekündigt. Zu diesem Ergebnis kommt die Organisation CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) in einer aktuell vorgestellten Analyse. Davon flossen 65 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung, 59 Mrd. Euro in CO2-arme Technologien. Knapp 90% der gemeldeten Investitionen wurden dem Bericht zufolge in den Sektoren Transport, Energie und Rohstoffe getätigt, insbesondere für erneuerbare Energien oder E-Fahrzeuge. Besonders aktiv waren nach Aussage des CDP die deutschen Unternehmen. Die 69 in der Analyse erfassten Unternehmen meldeten Investitionen in Höhe von insgesamt 44,4 Mrd. Euro, dies entspricht einem Anteil von rund 36 Prozent an den Gesamtinvestitionen.
Aus wirtschaftlicher Perspektive sind die Investitionen in den Klimaschutz nach Aussagen des CDP eindeutig sinnvoll. Die Geschäftsmöglichkeiten bei der Entwicklung CO2-armer Produkte und Dienstleistungen werden von den in der Studie erfassten Konzernen auf mehr als 1,2 Billionen Euro geschätzt.
 
Mehr unter: https://www.cdp.net/en/articles/climate/european-companies-invest-124-billion-in-low-carbon

Februar 2020

15. Februar 2020
BVI: Nachhaltige Publikumsfonds besonders stark gefragt

Das in Spezial- und Publikumsfonds investierte Vermögen in Deutschland ist 2019 um 15 Prozent gestiegen und erreichte die neue Rekordmarke von 3.398 Milliarden Euro. Dies hat der Branchenverband bei seiner Jahrespressekonferenz bekanntgegeben. Die Absatzliste der offenen Publikumsfonds führen nach Angaben des BVI Immobilienfonds mit 10,7 Mrd. Euro an. An zweiter Stelle stehen Mischfonds mit Zuflüssen von rund 10,5 Mrd. Euro. Aktienfonds verzeichneten einen Zufluss von 4,4 Mrd. Euro. Im Neugeschäft der offenen Publikumsfonds entfallen 7 Mrd. Euro auf Nachhaltigkeitsfonds. Dies entspricht 40 Prozent der Netto-Zuflüsse von Publikumsfonds insgesamt.

Mehr unter: https://www.bvi.de/aktuelles/detail/news/branche-erzielt-neues-rekordvermoegen/

10. Februar 2020
Umfrage: Sustainable Development Goals gewinnen bei institutionellen Investoren an Bedeutung

52 % der institutionellen Investoren in Europa berücksichtigen die Sustainable Development Goals (SDGs) in ihrer Berichterstattung, zwei von drei dieser Investoren haben entsprechende Kriterien bereits in die Anlagestrategie integriert. Sie nutzen die SDGs als Handlungsrahmen und konkrete Hilfestellung bei der Formulierung entsprechender Anlagestrategien und -kriterien, beispielsweise Ausschluss- und Divestmentstrategien. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der französischen Forschungseinrichtung Novethic unter insgesamt 228 institutionellen Investoren, die alle zu den Unterzeichnern der UN Principles für Responsible Investment zählen. Bei den Investoren, die die SDGs in ihrer Berichterstattung thematisieren, wird besonders häufig das SDG 13 „Klimaschutz“ angesprochen. Auf den weiteren Rängen folgen die Themen „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8), „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (SDG 11) sowie „Gesundheit und Wohlergehen“ (SDG 3).

Mehr unter: https://www.novethic.com/fileadmin//user_upload/tx_ausynovethicetudes/pdf_complets/Novethic_SDGs_Investing_with_a_purpose_PRI-European-Signatories_web_2019.pdf

06.02.2020
Umfrage: Nachhaltige Kapitalanlagen können eine nachhaltige Entwicklung fördern

Der Frage, inwieweit nachhaltige Kapitalanlagen eine nachhaltige Entwicklung fördern, ist die Investorenvereinigung Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) e.V. im Rahmen einer Umfrage nachgegangen. Befragt wurden private und institutionelle Anleger sowie Experten aus Politik, Medien, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Finanzwirtschaft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 95 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass nachhaltige Kapitalanlagen grundsätzlich zu einem Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft beitragen können. Gleichzeitig äußern aber 30 Prozent der Befragten die Ansicht, dass die nachhaltigen Kapitalanlagen diese Wirkung aktuell nicht voll entfalten können, da die politischen Rahmenbedingungen die weitere Verbreitung entsprechender Anlagen noch zu wenig unterstützen. Die Umfrage unterstreicht das steigende Interesse nachhaltiger Anleger an den konkreten nachhaltigkeitsbezogenen Wirkungen ihrer Kapitalanlagen und an einem entsprechenden Reporting.

Mehr unter: https://cric-online.org/images/individual_upload/presse/CRIC-Stimmungsbarometer_2019.pdf

Januar 2020

27.01.2020
Umfrage: 85 Prozent der institutionellen Anleger halten Nachhaltigkeit für wichtig

Für 85 Prozent der institutionellen Anleger sind nachhaltige Kriterien bei der Anlageentscheidung wichtig oder sogar sehr wichtig. Dies ergab eine Umfrage des Versicherungskonzerns Aon unter 229 Institutionen aus verschiedenen Industrieländern. Gegenüber dem Vorjahr ist der entsprechende Anteil um 17 Prozentpunkte gestiegen. Den größten Anstieg gab es dabei bei den Pensionskassen. Hatten per Ende 2018 noch 56 Prozent der Befragten aus diesem Bereich die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien unterstrichen, waren es Ende 2019 bereits 86 Prozent.

Zentrale Gründe für die deutlich gestiegene Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten sind nach Aussage der Befragten zum einen steigende regulatorische Anforderungen, zum anderen die wachsende Überzeugung, dass durch die systematische Berücksichtigung von Risiken wie dem Klimawandel Volatilität und Ausfallrisiken der Kapitalanlagen reduziert werden kann.

20.01.2020
PRI: Neue Leitlinien für Nachhaltigkeit bei institutionellen Investoren

Unter dem Titel "Fiduciary Duty in the 21st Century" hat die internationale Investoreninitiative PRI, der die BayernInvest seit 2011 angehört, neue Leitlinien zur Integration von ESG-Kriterien in die Kapitalanlage institutioneller Investoren veröffentlicht. Seit 2016 war eine Arbeitsgruppe von PRI-Mitgliedern der Frage nachgegangen, inwiefern die Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung bezogenen Kriterien (ESG-Kriterien) der treuhänderischen Verantwortung von institutionellen Anlegern wie beispielsweise Pensionskassen und Versicherung  widerspricht oder eine solche Verantwortung die systematische Berücksichtigung entsprechender Kriterien sogar bedingt. Die Arbeitsgruppe stellt in ihrem Abschlussbericht fest, dass ESG-Kriterien wie der Klimawandel einen materiellen Einfluss auf die Entwicklung der Kapitalanlagen haben können und daher im Hinblick auf die treuhänderische Verantwortung der Investoren bei der Kapitalanlage berücksichtigt werden müssen. Sie regen dabei an, die entsprechende finanzielle Materialität der einzelnen Kriterien stärker als bisher im Blick zu haben.

Mehr unter https://www.unpri.org/download?ac=9792

17.01.2020
Weltwirtschaftsforum: Klimawandel größtes globales Risiko – Unternehmen noch unzureichend vorbereitet

Erstmals in der Historie des Berichts des Weltwirtschaftsforums (WEF) über globale Risiken belegen die Gefahren des Klimawandels und damit verbundene Umweltrisiken die ersten fünf Plätze der wahrscheinlichsten Bedrohungen in den kommenden zehn Jahren. Die Rangliste wird angeführt durch die Risiken von extremen Wetterereignissen wie Überschwemmungen und extremen Dürren, die aktuell in Australien zu den verheerenden Buschbränden führen. Auf Rang zwei der Risiken mit der größten Eintrittswahrscheinlichkeit folgt das Versagen im Kampf gegen den Klimawandel, gefolgt von Naturkatastrophen und der Verlust der Artenvielfalt sowie von Menschen ausgelösten Umweltkatastrophen.

Nach Einschätzung der Autoren des Global Risk Reports 2020 wird der Klimawandel Gesellschaft und Wirtschaft härter und früher treffen als bisher von vielen Akteuren erwartet. Um den größten Risiken aktiv zu begegnen, muss nach ihrer Einschätzung umgehend und umfassend gehandelt werden. Dies gilt auch für die Wirtschaft, der der WEF-Report Defizite im Umgang mit Klimarisiken attestiert. So würden die meisten Unternehmen beispielsweise die physischen Risiken des Klimawandels für ihre Betriebe und die Lieferkette noch erheblich unterschätzen.

Mehr Informationen

Dezember 2019

11.12.2019
Aktienkurse: Gewinner und Verlierer des Klimawandels bis 2025

Mit Bewertungsverluste von durchschnittlich 3,1 bis 4,5 Prozent durch den Klimawandel und seine politischen Folgen müssen die im MSCI All-Country-World-Index (MSCI ACWI) gelisteten Unternehmen bis 2025 rechnen. Dies entspricht einem Verlust von insgesamt 1,6 bis 2,3 Billionen US-Dollar. Dabei könnten die 100 am negativsten betroffenen Unternehmen aus dem Index bis zu 43 Prozent ihres aktuellen Börsenwertes einbüßen, der Börsenwert der 100 am stärksten profitieren Unternehmen könnte dagegen um mehr als 30 Prozent steigen.

Dies geht aus einer Analyse hervor, die die internationale Investoren-Initiative Principles für Responsible Investment (PRI) veröffentlicht hat. Grund für die Bewertungsänderungen sind nach Einschätzung der PRI verschärfte regulatorische Anforderungen zur Bekämpfung des Klimawandels, beispielsweise ein Verbot des fossilen Verbrennungsmotors oder ein steigender CO2-Preis.

Die Auswirkungen der Klimaschutzpolitik werden die verschiedenen Branchen, aber auch die einzelnen Unternehmen innerhalb der Branchen nach Einschätzung der PRI unterschiedlich stark treffen. Während beispielsweise Automobilhersteller, die die Wende zur E-Mobilität verschlafen, einen massiven Bewertungsverlust befürchten müssen, könnte der Wert der Automobilkonzerne, die am stärksten auf Elektrofahrzeuge setzen, bis 2025 um 108 Prozent steigen. Auch Stromversorger, die auf erneuerbare Energien setzen, könnten ihre Bewertung nach Berechnungen der PRI in den kommenden Jahren verdoppeln (+104 Prozent), während börsennotierte Kohleunternehmen bis 2025 mit Wertverlusten von 44 Prozent, die größten Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor von 32 Prozent rechnen müssen.

Mehr: https://www.unpri.org/inevitable-policy-response/the-inevitable-policy-response-policy-forecasts/4849.article

November 2019

27.11.2019
BayernInvest stärkt Top-Position im Klima-Reporting

Nachhaltige Kapitalanlagen stehen bei institutionellen Investoren weiter im Fokus. Die BayernInvest unterstützt ihre Bestands- und Neukunden bereits seit Anfang 2019 mit ihrem innovativen ESG-Reporting (ESG = Environment, Social, Governance) für alle gemanagten und administrierten Spezial-AIF und Publikumsfonds. Es zeigt Nachhaltigkeitsaspekte und die Wirkung von Investments transparent auf und bildet so die Basis für die Analyse zukünftiger Chancen und Risiken der Kapitalanlagen. Nun hat der Münchner Asset Manager sein ESG-Reporting weiter ausgebaut und optimiert.

Mit dem nun neu ausgewiesenen CO2-Footprint bietet das Reporting eine umfangreiche und übersichtliche Darstellung sowie Beurteilung der Klimarisiken eines Portfolios. Investoren erhalten auf einen Blick eine Übersicht zu den CO2-Daten von Unternehmen mit den geringsten und größten Anteilen an Emissionen sowie deren CO2-Fußabdruck. Neu ausgewiesen ist bei Verletzungen der UN Global Compact-Kriterien die Höhe der prozentualen Gewichtung im Portfolio. Auch bei der Methodik gab es eine Optimierung: Ein adjustierter Gesamtscore belohnt Investitionen in ESG-Leader (= Vorreiter) und bewertet dagegen solche in ESG-Lagger (= Schlusslichter) negativ. Insgesamt überzeugt der erweiterte und transparente ESG-Report auch durch ein moderneres Layout und eine leichte Lesbarkeit.

Weitere Informationen

25.11.2019
FNG: Neuer Leitfaden für nachhaltige Kapitalanlagen

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), der Branchenverband für die nachhaltige Kapitalanlage im deutschsprachigen Raum, hat eine Neuauflage seiner Einstiegshilfe zur nachhaltigen Kapitalanlage veröffentlicht. Die Broschüre informiert Investoren über Hintergründe und Möglichkeiten der Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und ethischen Kriterien bei ihrer Kapitalanlage. Vorgestellt werden die verschiedenen Anlagestrategien und -kriterien, das nachhaltige Angebot in verschiedenen Anlageklassen und der aktuelle Stand der Diskussionen zu den Wirkungen von Nachhaltigkeitskriterien auf Rendite und Risiko der Kapitalanlagen. Eine Checkliste zeigt, wie Anleger in 7 Schritten eine individuelle Nachhaltigkeitsstrategie für ihre Kapitalanlage entwickeln können.

Mehr: http://forum-ng.org/images/stories//Publikationen/FNG_Nachhaltige_Kapitalanlagen_-_eine_Einstiegshilfe_Online.pdf

Oktober 2019

23. Oktober 2019
BayernInvest: Platz 1 für Kompetenz im Bereich Nachhaltigkeit

Die Ratingagentur TELOS hat institutionelle Anleger nach der Zufriedenheit mit ihren Asset Managern befragt. Die BayernInvest erhält Platz 1 für die „Kompetenz im Bereich Nachhaltigkeit“. Insgesamt wurden über 70 Management-Häuser bewertet, davon 12 in der Gruppe der "Mittelgroßen Asset Manager"; die BayernInvest zählt zur Peergroup „Mittlere Assetmanager“ (50 bis 120 Mrd. Euro). Die Erhebung basiert auf rund 300 Interviews mit institutionellen Anlegern, die nach ihrer Meinung zur Zufriedenheit mit ihren Asset Managern im Rahmen eines Scoring-Systems (0 bis 100 Punkte) befragt wurden.

17. Oktober 2019
BayernInvest nimmt teil am Impact Forum in Salzburg

Mit dem Thema „ESG-Regulierung – Auswirkungen des EU-Aktionsplans“ haben CSSP – Center for Social and Sustainable Products und die Universität Salzburg Mitte Oktober nach Salzburg zum 6. Impact Forum eingeladen. Spezialisten und Strategen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten über nachhaltige Investments und informierten sich praxisnah. Auch die BayernInvest nahm an der Fachkonferenz teil. Markus Ratz, Senior Sales Manager, stellte als Panelist nachhaltige Anlagestrategien sowie das neue innovative und automatisierte ESG-Reporting der BayernInvest vor.

September 2019

18. September 2019
BayernInvest bringt Portfolien bis 2025 in Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens

Die BayernInvest kündigt auf dem 1. Ökonomics Investor Summit 2019 am 18. September in München an, spätestens bis zum Jahr 2025 alle in eigener Verantwortung gemanagten Portfolien in Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens zu bringen – in Abstimmung mit den jeweiligen Anlagestrategien ihrer Kunden. Darüber hinaus entwickelt der Asset Manager auf Kundenwunsch weitere individuelle nachhaltige Investmentlösungen. Sie ermöglichen institutionellen Anlegern ihre spezifischen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und ihr angestrebtes Chancen-Risiko-Profil zu verbessern.

Zukünftig ist damit bei der BayernInvest die Analyse von ESG-Aspekten (Environmental, Social, Governance) integraler Bestandteil jedes Investmentprozesses im Portfoliomanagement. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Klima- und Governanceaspekten (gute Unternehmensführung). Ergänzend stellt die BayernInvest auch als Unternehmen selbst bis zum Jahr 2022 die Weichen auf Klimaneutralität.

 

August 2019

9. August 2019
Weltklimarat fordert Agrarwende

Rund 23 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen verursacht die weltweite Land- und Forstwirtschaft. Gleichzeitig beeinträchtigen die Folgen des Klimawandels bzw. der Erderwärmung wiederum die Landwirtschaft selbst. Im Klartext heißt das: Die Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung wird immmer unsicherer. Auf diesen Teufelskreis zwischen Klimawandel und Landnutzung hat nun der Weltklimarat (IPCC) in einem 1200 Seiten starken Sonderbericht hingewiesen und alle Verantwortlichen zum Handeln aufgerufen. 

Der Bericht mit dem offiziellen Titel "Klimawandel und Landsysteme: Ein IPCC-Sonderbericht über Klimawandel, Desertifikation, Landdegradierung, nachhaltiges Landmanagement, Ernährungssicherheit und Treibhausgasflüsse in terrestrischen Ökosystemen" wurde in Genf von Vertreterinnen und Vertretern der 195 Mitgliedstaaten verabschiedet.

05.08.2019
Forscher: Hitzerekorde im Juli Folge des Klimawandels

Nach Analysen des internationalen Forscherteams des World Weather Attribution Project (WWA) lassen sich die im Juli 2019 in Europa erreichten Hitzerekorde nur durch den Klimawandel erklären. Nach einer am 2. Augst veröffentlichten Analyse wäre die jüngste Hitzewelle an allen gemessenen Standorten in Europa ohne Klimawandel um 1,5 bis 3 Grad geringer ausgefallen. Das Risiko für Hitzewellen im Juli hat sich nach Aussagen der Forscher in Westeuropa mindestens verfünffacht.

Das WWA, an dem sich auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) beteiligt, beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Klima und Wetter. Der noch relativ neue Forschungsbereich berechnet, um wie viel wahrscheinlicher Extremwetterereignisse durch den Klimawandel werden und welchen Anteil der menschenverursachte Klimawandel an einem bestimmten Ereignis hat.

Juli 2019

29. Juli 2019
Erdüberlastungstag fällt auf den 29. Juli

Nach Berechnungen von Global Footprint Network wurden bereits am 29. Juli die Vorräte an Holz, Ackerland und Fischen sowie anderen natürlichen Ressourcen verbraucht, die eigentlich ein ganzes Jahr reichen müssten, um die Erde im natürlichen Gleichgewicht zu halten. 2017 hatten die Menschen ihre natürlichen Ressourcen für das Jahr noch drei Tage später verbraucht, 2016 waren es sieben Tage. Errechnet wird das Datum des „Earth Overshoot Day" seit dem Jahr 1970. Damals fiel der Tag auf den 29. Dezember.

16.07.2019
München bald so warm wie Mailand

Eine Studie der Schweizer Universität ETH hat den Temperaturanstieg in 500 Großstädten bis zum Jahr 2050 untersucht. Das Ergebnis: In 77 Prozent der Städte könnte in den kommen 30 Jahren ein sehr großer Temperaturanstieg zu verzeichnen sein. Nach Analysen der Forscher könnte die Durchschnittstemperatur in Berlin um 6,1, Grad steigen und damit auf dem Niveau des australischen Canberras liegen. In München würde der Wert um 4,6 Grad steigen; vergleichbar mit der heutigen Temperatur in Mailand.

11.07.2019
Klimawandel aus CEO-Sicht größte Bedrohung für Unternehmen

Der Klimawandel und andere Umweltrisiken stellen nach Einschätzung globaler CEO die größte Bedrohung für das Wachstum ihrer Unternehmen dar. Für 22% der rund 1.300 von KPMG befragten Vorstandsvorsitzenden bieten diese Entwicklungen Anlass zur Sorge. Auf Rang 2 landet mit 18% die Rückkehr zum Protektionismus, auf Rang 3 Unsicherheiten durch disruptive Technologien (18%).

05.07.2019
Weltweite Aufforstung kann Klimawandel stoppen

Durch die Neubepflanzung von rund 900 Millionen Hektar Wald könnten der Klimawandel effektiv bekämpft und das 1,5°-Ziel des Weltklimarates IPCC erreicht werden. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Forschern der ETH Zürich. Derzeit sind weltweit rund 2,8 Milliarden Hektar mit Wald bedeckt, die vorgeschlagene Aufforstung wäre möglich, ohne dass Städte oder Agrarflächen beeinträchtigt würden. Die neuen Wälder, die etwa der Größe der USA entsprächen, könnten 205 Milliarden Tonnen CO2 speichern. Dies sind ungefähr zwei Drittel der rund 300 Milliarden Tonnen CO2, die seit Beginn der industriellen Revolution durch den Menschen verursacht wurden und in die Atmosphäre gelangt sind.

02.07.2019
Finnland will bereits bis 2035 klimaneutral werden

Bis 2015 und damit früher als alle anderen Industriestaaten will Finnland klimaneutral werden. Zu diesem Zeitpunkt sollen sich der Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen und ihre Aufnahme insbesondere durch Wälder die Waage halten. Nach 2035 strebt Finnland sogar einen negativen Saldo an: Es soll dann mehr CO2 aus der Atmosphäre gebunden werden als durch finnische Unternehmen und Privathaushalte emittiert wird. Mit der Zielmarke 2035 ist Finnland Vorreiter innerhalb der EU vor Island, das bis 2040 klimaneutral sein will und Schweden, das sich dieses Ziel für 2045 gesetzt hat. Deutschland hält bislang an der Zielmarke 2050 fest.

Juni 2019

18.06.2019
Weltwasserbericht: UNESCO beklagt mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser

Weltweit leben mehr als zwei Milliarden Menschen ohne sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dies berichtet die UNESCO in ihrem aktuellen Weltwasserbericht. Die Hälfte dieser Menschen lebt dem Bericht zufolge in Afrika. Lediglich 24 Prozent der Bevölkerung in den Ländern südlich der Sahara haben demnach Zugang zu Trinkwasser, das den hygienischen Standards entspricht. Gleichzeitig hat nur knapp die Hälfte der Weltbevölkerung einen Zugang zu sauberen und funktionierenden Sanitäranlagen. Bis 2030 sollen gemäß Ziel 6 der UN Sustainable Development Goals (SDGs) alle Menschen einen Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen Sanitäranlagen haben.

03.06.2019
Umsetzung der UN Sustainable Development Goals

Der Klimaschutz, Ziel 13 der UN Sustainable Development Goals (SDGs), hat unter den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen die höchste Dringlichkeit. Dies ist ein Ergebnis der Befragung von weltweit 454 Experten, die das Forschungsinstitut SustainAbility durchgeführt hat. Die größten Fortschritte gab es nach Einschätzung der Experten in den vergangenen Jahren bei Ziel 17, der Schaffung von Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Hintergrund ist hier die steigende Zahl von Branchen- und Unternehmenskooperationen zur Erreichung der SDGs. Als wichtigste Treiber der Entwicklung sehen die Experten die Nichtregierungsorganisationen, Social Entrepreneurs sowie die UN. Den nationalen Regierungen attestieren die Experten dagegen ein bislang unzureichendes Engagement.

Mai 2019

23.05.2019
Weniger Kohlestrom verbraucht

Die Stein- und Braunkohlekraftwerke in Deutschland haben nach Berechnungen des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft von Januar bis März 2019 rund 12 Milliarden Kilowattstunden (kWh) weniger Strom erzeugt als im Vorjahreszeitraum: Speisten sie im ersten Quartal 2018 noch rund 63 Mrd. kWh Strom ein, so waren es 2019 rund 51 Mrd. kWh. Dies entspricht einem Rückgang um rund 19 Prozent.

Gründe hierfür waren nach Angaben des BDEW zum einen das nahezu durchgängig hohe Windaufkommen zu Beginn des Jahres 2019. Dadurch konnten die Erneuerbaren Energien insgesamt 9,3 Mrd. kWh oder 16 Prozent mehr Strom als im Vorjahreszeitraum einspeisen. Zum anderen lag es an unterschiedlichen Witterungsbedingungen. Während das erste Quartal 2018 außergewöhnlich kalt war, brachten diese Monate im Jahr 2019 besonders milde Temperaturen. Dementsprechend wurde weniger Energie für Heizwärme eingesetzt.

13.05.2019
187 Staaten schließen globales Abkommen über Plastikmüll

Künftig darf nur noch sortierter, gereinigter und wiederverwertbarer Plastikmüll international gehandelt werden. Für den Export anderer Plastikabfälle wird künftig weltweit eine Zustimmung der Export- und Importländer erforderlich sein. Auf diese neuen Regelungen zum Umgang mit Plastikmüll einigten sich 187 Staaten bei einer UN-Konferenz in Genf. Das Rahmenabkommen ist rechtlich bindend und ergänzt nach Angaben des UN-Umweltprogramms UNEP das internationale Umweltabkommen von Basel über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung aus dem Jahr 1989.

09.05.2019
Mehrheit der Bundesbürger misst dem Naturschutz überragende Bedeutung bei

98 Prozent der Bundesbürger sehen die Menschheit in der Verantwortung, die Natur und den Artenreichtum zu schützen. Jeweils 97 Prozent der rund 1.500 für das Eurobarometer befragten Bundesbürger äußerten die Überzeugung, dass die biologische Vielfalt (Biodiversität) wesentlich für den Schutz des Klimas sei und zu Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen beitrage. Die Deutschen nehmen das Thema Naturschutz damit noch etwas wichtiger als der Durchschnitt der EU-Bürger: Insgesamt sagten 96 Prozent der über 27.000 europaweit Befragten, dass die Menschheit die Natur schützen muss.

April 2019

Nachhaltige ESG-Anlagen im Einklang mit UN SDGs steigen

Nach einer weltweiten Umfrage von BNP Paribas Securities Services unter Asset Managern und institutionellen Investoren zeigt, dass die ESG-Integration in den Portfolien stark ansteigt. Mehr als 65% der Befragten gaben an, dass sie ihren Investitionsrahmen an den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ausrichten. Daten und Technologiekosten sind allerdings nach wie vor Hindernisse für die ESG-Integration, doch die Anleger sind optimistisch: Über 90% erwarten, dass bis 2021 mehr als 25% ihrer Fonds auf ESG-Kriterien ausgerichtet sein werden.

Klimawandel zwingt Investoren zum Handeln

Nach einer aktuellen Studie von Mercer, international tätige Unternehmensberatung, wird die Erderwärmung infolge des Klimawandels erheblichen Einfluss auf die zu erwartenden Renditen von institutionellen Investoren haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Investing in a Time of Climate Change - the Sequel". Bei einer Erwämrung über 2 Grad Celsius sind bereits mittelfristig deutlich negative Effekte auf die Rendite zu erwarten. Durch eine Ausrichtung auf nachhaltige Anlagen können diese Auswirkungen jedoch gedämpft werden.

„Eine zentrale Schlussfolgerung unserer neuen Studie ist, dass Investoren aktiv auf ein 2°C-Szenario hinarbeiten müssen und dieses auch als Chance verstehen sollten. In fast allen Anlageklassen, Regionen und Zeiträumen zeigen unsere Analysen, dass die zu erwartenden Renditen im 2°C-Szenario deutlich besser ausfallen als bei einer Erwärmung von 3°C oder 4°C. Außerdem bietet der dafür notwendige Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft neue Anlagechancen“, so Helga Birgden, Global Business Leader, Responsible Investment, Mercer.