Nach Reform des OTC Collateral Managements: Mehrwert-Lösungen für Master-Fonds

Bereits seit 1. März 2017 gilt für den nicht börsengehandelten Derivatemarkt eine neue Zeitrechnung: Mit der Veröffentlichung der BCBS IOSCO bezüglich technischer Standards für das OTC Collateral Management wurde er einer substanziellen Reform unterzogen. Die Fondsindustrie stand vor einer herausfordernden Implementierungsphase der neuen technischen Standards (RTS – Regulatory Technical Standards on Risk-Mitigation Techniques). Gleichzeitig haben die verabschiedeten Regeln signifikante Auswirkungen auf die Praxis des Collateral Managements, insbesondere bei Masterfonds.

Die BayernInvest hat für diese neuen anspruchsvollen Herausforderungen, die sich durch die Regulatorik für die Besicherung von OTC Derivaten für Masterfonds ergeben, Lösungen entwickelt, die alle regulatorischen Anforderungen erfüllen und gleichzeitig für den Anleger sowie den Portfolio Manager einen echten Mehrwert darstellen.

Bedingungen der neuen RTS

Während die Geschäftsparteien bis zum 1. März 2017 weitestgehend frei waren in der Festsetzung der Besicherungsparameter, wurden diese mittels der neu verabschiedeten RTS wie folgt vereinheitlicht:

  • Sicherheiten müssen täglich mit taggleicher Valuta ausgetauscht werden (bisher: bis zu einmal wöchentlich möglich)
  • Der Schwellwert, ab dem Sicherheiten bewegt werden müssen (Mindesttransfersumme), wird auf maximal 500.000 € festgesetzt (bisher: frei verhandelbar)
  • Sämtliche Besicherungsparameter gelten auf Hauptfondsebene (bisher: auch auf Segment-Ebene möglich)

Fragen bei komplexen Masterfonds-Strukturen

Die Tatsache, dass das Besicherungs-Regelwerk auf Hauptfondsebene anzuwenden ist, wirft bei komplexen Masterfonds-Strukturen Fragen auf:

  • Wie gestaltet man das Collateral Management bei Masterfonds, die mit unterschiedlichen Segmenten und unterschiedlichen Asset Managern arbeiten? 
  • Benennt man ein bestehendes Segment für das Collateral Management?
  • Falls ja, wie geht man damit um, dass die Performance des benannten Segments durch die erhöhten Anforderungen an die Kassehaltung belastet wird? 
  • Wie kann man gewährleisten, dass die gleichtätige Sicherheitenlieferung
    gewährleistet ist, wenn Asset Manager in anderen Zeitzonen ansässig sind?

Neben den technischen und vertraglichen Anpassungen ist somit ein Lösungsansatz gefordert, der die regulatorischen Anforderungen sowie gleichzeitig die Wünsche und Bedürfnisse des Anlegers hinsichtlich Performancemessung und Vergleichbarkeit der angebundenen Asset Manager erfüllt. Nutzt der Anleger die Möglichkeit, im Rahmen des Masterfonds mit einer größeren Anzahl von Segmenten und Asset Managern zu arbeiten, ist Transparenz über die Qualität des Einsatzes von OTC-Derivaten sowie über die Gestaltung des Cashmanagements in Verbindung mit der einhergehenden Besicherung von elementarer Bedeutung.

Konkrete Lösungen der BayernInvest

Bei der BayernInvest sind das Cash- und Collateral Management im selben Team angesiedelt. Der entscheidende Vorteil: Durch die gebündelte Kompetenz beider Fachgebiete erhalten Anleger bestmögliche Lösungen. Unumgänglich bleibt dabei die Abwicklung des Collateral Managements über ein zentrales Segment.

Bei der Ausgestaltung dieses Segments bietet die BayernInvest Anlegern verschiedene Modelle an:

  • Benennung eines bereits bestehenden Segments
  • Auflage eines neuen Segments mit entsprechender Ausstattung der Kasse
  • Ergänzung des Portfoliomanagements, indem die BayernInvest als KVG die Rolle des Managers für das Collateral Segment übernimmt

BayernInvest übernimmt als KVG die Rolle des Managers für Collateral Segment

Mit der letztgenannten Funktion bietet die BayernInvest folgende Leistungen:

  • Abwickeln des täglichen Collateral Managements für den gesamten Masterfonds
  • Nutzen von Netting-Effekten zwischen den einzelnen Segmenten
  • Optimales Managen der Kasse des Segments nach den Wünschen des Anlegers
  • Einhalten der gesetzlichen und vertraglichen Anlagegrenzen
  • Monitoren der Marktwerte der OTC-Portfolien und, darauf basierend, das Beteiligen der weiteren Segmente bzw. der angebundenen Asset Manager anteilig an der Kassehaltung des Collateral Segments

Entscheidende Mehrwerte für die Anleger

Vor allem der letztgenannte Punkt stellt einen bemerkenswerten Mehrwert für den Anleger dar. Die BayernInvest ist in der Lage, im Rahmen des Cashmanagements die Kasse des Collateral Segments individuell nach Anlegerwunsch zu gestalten. So können beispielsweise in einem individuell vereinbarten Rhythmus die Segmente entsprechend ihrem Anteil an der Finanzierung des Segments beteiligt werden. Zu begleichende Beträge werden den einzelnen Segmenten belastet und frei werdende Mittel werden dem Segment wieder gutgeschrieben. Dies wird dem jeweiligen Asset Manager mit entsprechendem Vorlauf angezeigt, so dass genügend Zeit ist, um das Portfoliomanagement optimal zu unterstützen. Dies hat unter anderem den großen Vorteil, dass der Anleger keine zusätzlichen Barmittel für die Besicherung des Masterfonds zur Verfügung stellen muss.