Wie funktioniert der Best-In-Class-Ansatz?

Beim Best-in-Class-Ansatz ergibt sich das Anlageuniversum aus denjenigen Unternehmen, die innerhalb ihrer Branche, Kategorie oder Klasse die besten Nachhaltigkeitsleistungen erbringen.

Wer ist der Beste? Darum geht es beim Best-in-Class-Ansatz.

Die Unternehmen werden nach einer Vielzahl von ökologischen, sozialen und auf gute Unternehmensführung bezogenen Kriterien bewertet, die sich auf alle relevanten unternehmerischen Tätigkeiten beziehen. Gute Nachhaltigkeitsanalysten berücksichtigen die unterschiedlichen nachhaltigkeitsbezogenen Herausforderungen der einzelnen Branchen und definieren branchenspezifische Kriterien. Im Ergebnis umfasst das Investmentuniversum damit Unternehmen, die im Branchenvergleich bereits ein hohes Nachhaltigkeitsniveau erreicht haben und sich in besonderem Maße für eine nachhaltige Entwicklung engagieren. 

Beispiel Klimaschutz: Nachhaltige Investoren können einen Best-in-Class-Ansatz in Bezug auf CO2-Emissionen von Unternehmen wählen, die in Scope 1 und Scope 2 gemessen werden. Dabei wird nur in solche Unternehmen einer Branche investiert, die die niedrigsten Emissionen aufweisen.

Vorteile des Best-in-Class-Ansatzes

Der Best-in-Class-Ansatz wurde in den 1990er Jahren entwickelt und bietet bis heute eine weit verbreitete Grundlage, um die nachhaltige Performance von Unternehmen zu vergleichen und zu bewerten. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass innerhalb der Branchen durchaus ein Wettbewerb um das beste Nachhaltigkeitsmanagement entstanden ist und es als eine Art Gütesiegel gilt, in einem der renommierten Nachhaltigkeitsfonds und/oder -indizes mit Best-in-Class-Ansatz gelistet zu sein. Eine Umfrage der Nachhaltigkeitsratingagentur ISS-oekom belegte diesen Effekt. Demzufolge sind Anfragen von Nachhaltigkeitsanalysten und an nachhaltigen Kapitalanlagen interessierten Investoren bei rund 60 % der Konzerne ausschlaggebende Faktoren, sich mit Nachhaltigkeitsthemen zu befassen. Aus Anlegersicht ist der Best-in-class-Ansatz auch deshalb vorteilhaft, da er – unter Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien – das Portfolio gut diversifiziert. Es umfasst ein breites Spektrum an Anlagen und stellt sicher, dass nicht komplette Branchen oder Geschäftsbereiche ausgeschlossen sind.

Nachteile des Best-in-Class-Ansatzes

Ein Kritikpunkt am Best-in-Class-Ansatz ist, dass es dabei nicht generell um Kapitalanlagen in nachhaltige Geschäftsbereiche geht, sondern um Investitionen in Unternehmen, die ökologisch und sozial in ihrer Branche besonders gut abschneiden. Das schließt aber nicht aus, dass sich kontroverse Geschäftsfelder und umstrittene Wirtschaftspraktiken nach wie vor im Portfolio befinden können. Befürworter des Best-in-Class-Ansatzes argumentieren, dass zunächst jede Branche einen wichtigen Beitrag zu einer Volkswirtschaft leistet und der Best-in-Class-Ansatz einen Anreiz bietet, den Nachhaltigkeitsgedanken auch in Branchen zu tragen, deren Produkte per se vielleicht nicht umweltverträglich sind. So kann beispielsweise auch das breite Bedürfnis nach individueller Automobilität so umweltverträglich wie möglich gestaltet werden.

Best-in-Class-Ansatz kombinieren

Viele Produkte aus der Praxis zeigen, dass der Best-in-Class-Ansatz oft durch andere Strategien der nachhaltigen Kapitalanlage ergänzt wird. So kann die Kombination aus Best-in-Class und Ausschlusskriterien Unternehmen aus ethisch, sozial oder ökologisch als bedenklich angesehenen Branchen ausschließen und zugleich ein diversifiziertes Portfolio ermöglichen.