Was steckt hinter dem Best-in-Progress-Ansatz?

Ein innovatives Konzept im nachhaltigen Investment ist der Best-in-Progress-Ansatz. Während beim Best-in-Class-Ansatz die Emittenten zum Investment ausgewählt werden, die im Nachhaltigkeitsmanagement bereits ein vergleichsweise hohes Niveau erreicht haben, setzt der Best-in-Progress-Ansatz auf die Emittenten, die in den vergangenen Jahren die größten Fortschritte beim Umgang mit den Herausforderungen im gesellschaftlichen Bereich oder des Klimawandels gemacht haben. Basis für die Beurteilung der Fortschritte sind Nachhaltigkeits-Ratings.

Wer macht die größten Fortschritte im Nachhaltigkeitsmanagement? Hier setzt der Best-in-Progress-Ansatz an.

Attraktive Korrelation

Der Best-in-Progress-Ansatz gewinnt seine Attraktivität aus der These, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Nachhaltigkeitsmanagements und dem wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen gibt. Während man dabei früher eher davon ausging, dass sich nur erfolgreiche Unternehmen auch ein Nachhaltigkeitsmanagement leisten können, gibt es heute klare Indizien dafür, dass eine nachhaltige und klimaverträgliche Ausrichtung der Unternehmen nicht die Folge, sondern eher die Wurzel für wirtschaftlichen Erfolg ist. Danach sind Unternehmen, die Fortschritte in ihrem Nachhaltigkeitsmanagement zeigen, auch unter Rendite-Risikogesichtspunkten besonders attraktiv.

Verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten

Für die Umsetzung des Best-in-Progress-Ansatzes gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Gesamtbewertung oder Einzelaspekte

Die Auswahl der Emittenten für das Anlageuniversum auf Basis des Best-in-Progress-Ansatzes kann sich auf die nachhaltigkeitsbezogene Gesamtbewertung des Unternehmens beziehen oder auf einzelne ESG-bezogene Aspekte der Unternehmenstätigkeit, also z. B. die Fortschritte beim Klimaschutz oder beim Management der Zulieferkette. Hierbei können Investoren die Themenfelder auswählen, die aus ihrer Sicht einen besonderen Einfluss auf die finanzielle Performance der Unternehmen haben oder die ihnen aus anderen Gründen besonders wichtig sind.

Exklusiv oder kombiniert

Der Best-in-Progress-Ansatz kann als exklusiver Ansatz zur Auswahl geeigneter Emittenten genutzt oder mit einem Best-in-Class-Ansatz kombiniert werden. Werden Emittenten sowohl nach Best-in-Class als auch nach Best-in-Progress im Portfolio zugelassen, führt diese Kombination regelmäßig zu einer Vergrößerung des zur Verfügung stehenden Anlageuniversums.

Wirkung auch auf eine nachhaltige Entwicklung

Der Best-in-Progress-Ansatz ist nicht nur unter Performanceaspekten attraktiv, sondern auch im Hinblick auf die Wirkungen für eine nachhaltige oder klimaverträgliche Entwicklung. Gerade Unternehmen, die die Risiken, aber auch die Chancen einer nachhaltigen Entwicklung erkannt haben und sich hier verstärkt engagieren, erreichen häufig vergleichsweise schnell deutliche Verbesserungen ihres »Fußabdrucks« etwa in Form reduzierter Energie- und Rohstoffverbräuche. Gerade für Investoren, denen eine nachhaltige Wirkung ihrer Kapitalanlage wichtig ist, stellt der Best-in-Progress-Ansatz daher eine interessante Variante dar. Dieser Ansatz lässt sich übrigens auch aus der klassischen Portfoliotheorie insofern ableiten, als dass grundsätzlich solche Unternehmen langfristig erfolgreicher sein werden, die heute die richtigen Antworten für morgen haben und sich entsprechend geschäftsstrategisch aufstellen.