Was sind aktive Dialogstrategien im nachhaltigen Investment?

Investoren, die Dialogstrategien nutzen, wollen Unternehmen direkt zu verstärkten Anstrengungen im Nachhaltigkeitsmanagement motivieren. Je nachdem, welchen Weg sie dabei nutzen, spricht man dabei von Engagement oder Stimmrechtsausübung.

Aktive Dialogstrategien zielen darauf ab, das Nachhaltigkeitsmanagement von Unternehmen zu fördern.

Engagement: Viele Wege führen zum Unternehmen

Ob per Brief, Email oder im direkten Gespräch, allein oder in einer konzertierten Aktion mit anderen Investoren: Beim Engagement geht es den Investoren darum, im direkten Kontakt mit den Unternehmen wahrgenommene bzw. festgestellte Defizite bei den Nachhaltigkeitsleistungen der Unternehmen aktiv anzusprechen und die Unternehmen dazu zu bewegen, diese zu beheben. Dabei ist es unerheblich, ob der Investor Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere des Unternehmens hält.

Stimmrechtsausübung: Die Hauptversammlung als Bühne

Im Rahmen dieser Strategie nutzen Investoren die mit dem Eigentum an Aktien verbundenen Rechte. Dazu gehört zum einen die Möglichkeit, auf Hauptversammlungen zu sprechen und so vor den versammelten Aktionären und dem Management der Unternehmen Defizite im Nachhaltigkeitsmanagement der Unternehmen anzusprechen und Verbesserungen einzufordern. Zum anderen können Investoren Anträge zur Abstimmung stellen und ihr eigenes Stimmrecht nutzen, um nachhaltigkeitsbezogene Anträge zu unterstützen.

Kräftebündel und Unterstützung holen

Beim Engagement besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen von Initiativen wie den UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) oder dem deutschen Investoren-Netzwerk Corporate Responsibility Interface Center (CRIC) mit anderen Investoren zu koordinieren, um den Einfluss auf die Unternehmen zu verstärken. Unterstützung bieten auch spezialisierte Dienstleister, die Investoren mit Informationen und Infrastruktur für die Stimmrechtsausübung beliefern oder im Namen eines oder mehrerer Investoren mit den Unternehmen in Kontakt treten.

Divestment als Ultima Ratio

Wenn ein Dialog nicht zu den von den Investoren gewünschten Ergebnissen führt, wird am Ende des Prozesses aus Gründen der Glaubwürdigkeit regelmäßig ein Divestment der Wertpapiere des betreffenden Unternehmens stehen (müssen). Ob dies öffentlichkeitswirksam oder nur unter Information des betroffenen Unternehmens erfolgt, entscheidet jeder Investor selbst.