Carbon Footprint als Ausgangspunkt für ein aktives Klimarisikomanagement

Das Financial Stability Board (FSB), das als globales Gremium mit Vertretern von Finanzministerien, Zentralbanken und Aufsichtsbehörden der G20-Staaten und der Europäischen Komission besetzt ist, unterscheidet drei Arten von klimabezogenen Risiken: physische Risiken, Transitionsrisiken und Haftungsrisiken.

Für Investoren, die die Risiken und Chancen des Klimawandels in ihre Kapitalanlagen aktiv einbeziehen, sind unterschiedliche Ansätze denkbar.

Physische Risiken:
Sie umfassen alle direkten Auswirkungen des Klimawandels, mit denen sich Unternehmen direkt oder indirekt auseinandersetzen müssen. Hierzu zählen beispielsweise der Anstieg des Meeresspiegels sowie die Anzahl und das Ausmaß von Extremwetterereignissen.
 

Transitionsrisiken:
Risiken, die sich aufgrund von technologischen Neuerungen, aus regulatorischen Maßnahmen (wie zusätzliche Abgaben) oder aus Veränderungen des Kundenverhaltens ergeben können.
 

Haftungsrisiken:
Sie umfassen Forderungen von Klimageschädigten gegenüber einem Unternehmen, das als Verursacher des Klimawandels in Anspruch genommen werden kann.

Dekarbonisierung der Wirtschaft

Vor dem Hintergrund des weltpolitischen Ziels, die globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu reduzieren und die Treibhausgasemission zu neutralisieren, wäre es notwendig, auf eine umfassende Dekarbonisierung der Wirtschaft zu setzen. Somit werden alle Branchen, Geschäftsfelder und auch Regionen betroffen sein. Wird das Ziel der Dekarbonisierung in Investmentstrategien integriert, so verändert sich in der Zukunft der Blick auf einzelne Branchen, Geschäftsmodelle oder einzelne Geschäftsfelder. So könnte es sein, dass einige Geschäftsmodelle insgesamt in Frage gestellt werden oder hohe Investitionen der Unternehmen in emissionsärmere Technologien berücksichtigt werden müssen.

Einfluss auf Anlageentscheidungen

Eine konsequente Umsetzung der in der internationalen und nationalen Klimapolitik definierten Ziele könnte einen deutlichen Einfluss auf die Umsatz- und Ertragsaussichten von Unternehmen haben. Daraus ergeben sich für Investoren neue Aspekte für die Bewertung ihrer Investments und auch neue Herausforderungen im Risikomanagement.

Für Investoren, die die Risiken und Chancen des Klimawandels in ihre Kapitalanlagen aktiv einbeziehen wollen, sind grundsätzlich zwei Ansätze denkbar:

  1. Vom Investor werden der Einfluss des Klimawandels sowie die Anstrengungen zu seiner Begrenzung im gesamten Anlageuniversum berücksichtigt. Dabei werden sämtliche klimabezogenen Risiken und Chancen aktiv in die Anlageentscheidung involviert.
     
  2. Die Investmententscheidungen und damit die Allokation des Kapitals ist stark an der Dekarbonisierung ausgerichtet. Es werden somit zielgerichtet Investitionen in Unternehmen, Staaten oder in Technologien vorgenommen, die beispielsweise einen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz leisten.

Um die Informationsbasis für ein aktives Klimarisikomanagement zu schaffen, können verschiedene Daten hinzugezogen werden. Dazu zählen die Carbon Ratings und der Carbon Footprint der Unternehmen und ihrer Produkte oder bei Staaten die spezifischen Staatenklimaratings.