CIO Marktanalyse

25. Januar 2022

Die globalen Aktienmärkte haben in den vergangenen zwei Wochen stark korrigiert. Für den Anstieg der Volatilität sind im Wesentlichen drei Punkte verantwortlich: die Befürchtung einer restriktiveren US-Notenbank, die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine und vereinzelte Gewinnwarnungen auf der Unternehmensseite. Der amerikanische SP500 hat seit Jahresanfang -8% korrigiert, der Nasdaq 100 -12%, der Eurostoxx 50 -6% und der HSCE Index in China konnte leicht positiv zulegen. An den Zinsmärkten in den USA verflachte sich die Zinsstrukturkurve durch den Anstieg der 2-jährigen Zinsen gen 1,00% und das leichte Abfallen der 10-jährigen US-Zinsen auf 1,77%. Der japanische Yen ging ebenso stärker wie der Schweizer Franken und der USD.

Wie interpretieren wir dieses Déjà-vu in volatilen Zeiten?

  1. Aufgrund der hohen Inflation wird die Geldpolitik weiterhin im Fokus stehen. Von der ursprünglich angestrebten Unterstützung des Wirtschaftswachstums der letzen Dekade hat sich die Priorität zuletzt hin zur Bekämpfung der Inflation verschoben. Die Kapitalmärkte preisen noch immer vier Zinserhöhungen und den Beginn der Bilanzverkürzung ein.
     
  2. Die Berichtssaison der Unternehmen entwickelt sich trotz einiger Gewinnwarnungen solide. Obgleich der Markt sich auf wenige Gewinnwarnungen konzentrierte, haben die Unternehmen im Schnitt die Gewinnerwartungen um fünf Prozent übertroffen.
     
  3. Die zunehmende Unsicherheit im Russland-Ukraine-Konflikt trägt zur steigenden Volatilität bei. Betrachtet man jedoch den Verlauf der Krise um die Halbinsel Krim aus dem Jahr 2014, liegt der Schluss nahe, dass diese geopolitischen Spannungen einen limitierten Einfluss auf die Kapitalmärkte haben werden. Einzig die Energiemärkte – allen voran der Öl- und Gasmarkt – werden durch ggf. entstehende Engpässe auf diese geopolitischen Spannungen reagieren, was zum Inflationsdruck temporär beitragen könnte.

Betrachtet man also die drei oben genannten Haupttreiber der Volatilität, dann ist die Nervosität nachvollziehbar. In unserem Jahresausblick 2022 hatten wir hierzu explizit Stellung bezogen. Zwischenkorrekturen sind bei geldpolitischen Divergenzen und geopolitischen Unsicherheiten normale Reaktionen. Solche Phasen gab es zu Zeiten der Krim-Krise in 2014 genauso wie 1983, als die Zinsen in den USA zu steigen begannen. Diese Marktphasen gingen oft einher mit Marktkorrekturen von -5 bis -10% und stellen dementsprechend ein Déjà-vu in volatilen Zeiten dar.

Da das Marktsentiment das negative Niveau aus dem ersten Halbjahr 2020 erreicht hat, spricht viel für einer Stabilisierung der Kapitalmärkte in naher Zukunft. Ferner haben wir ein weiterhin expansives Wachstumsumfeld der Wirtschaft, welches durch den ISM, der bei über 55 steht, bestätigt wird. Darüber hinaus entwickelt sich die Covid 19-Pandemie in eine positive Richtung mit der aktuellen Omikron-Variante. China unterstützt die Märkte mit Zinssenkungen und nach den Olympischen Spielen rechnen wir auch in China mit einer Normalisierung der Zero Covid-Politik.

Während die geldpolitischen Divergenzen noch anhalten dürften und dementsprechend für weitere Volatilität sorgen werden, sehen wir für die Kapitalmärkte weiterhin positives Potential für das aktuelle Jahr.

Wie sollte im aktuellen Umfeld reagiert werden?

Wir bleiben für die Aktienmärkte konstruktiv und erwarten ein Gewinnwachstum von gut 15%, was ein Potential für den SP500 von 5000 Punkten mit sich bringt. Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank die am Markt bestehenden Sorgen einer zu schnellen Straffung der Geldpolitik nicht weiter befeuert. Dennoch ist es im aktuellen Umfeld sinnvoll, zinssensitive Sektoren tiefer zu gewichten und dementsprechend Sektoren wie Financials bevorzugen. Ferner bieten sich Alternative Investments an wie zum Beispiel Commodities, welche durch die geopolitischen Spannungen eher profitieren sollten. Gold sollte somit in der Gunst der Anleger ähnlich wie Energietitel profitieren.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, bei den aktuellen Rücksetzern Opportunitäten zu nutzen, um nachhaltige substanzstarke Investitionen und Themen hinzuzukaufen. So haben Klimastrategien ähnlich wie Substanztitel und Infrastrukturaktien aber auch Schwellenländeranleihen teils attraktive Levels erreicht, um diese antizyklisch aufzustocken.

Wir begleiten die aktuellen Veränderungen und Marktgegebenheiten sehr eng, um im Falle einer strukturellen Verschlechterung der konjunkturellen Situation, ggf. ausgelöst durch eine zu schnelle und restriktive Geldpolitik der Notenbanken, aktiv zu agieren. Sollte dieses Szenario eintreten, werden wir das Portfoliorisiko absenken. In Anbetracht unserer Erwartung eines sich weiter entfaltenden Reflationsszenarios behalten wir die konstruktive Risikoausrichtung bei und nutzen Rückschläge, um antizyklisch aufzustocken.



Mit freundlichen Grüßen
Ihr CIO Daniel Kerbach

Daniel Kerbach


Daniel Kerbach,
Chief Investment Officer
Head Investment Management


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