BayernInvest | Brief des Chief Investment Officers

Ausgabe 04 - Januar 2022

Anlageperspektiven 2022 – Déjà-vu in volatilen Zeiten

+ konjunkturelle Erholung setzt sich in einem Umfeld der geldpolitischen Divergenz fort
+ Das Reflationsszenario stützt eine konstruktive Risikostruktur in den Portfolios
+ Fokus auf Aktien mit Schwerpunkt Schwellenländer, Europa und alternativen Anlagen
+ auf Unternehmensseite erwarten wir für 2022 rund 10 bis 15% Gewinnwachstum
+ Hauptrisiken im Bereich der Zentralbanken, der Inflation und der Geopolitik


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Kapitalmärkte bereiteten den Anlegern im vergangenen Jahr 2021 starke Kursgewinne.
So konnten die entwickelten Aktienmärkte zweistellig zulegen. Angeführt wurde die Erholung vom US-Aktienmarkt, der um gut 26% steigen konnte. Stärker als die Aktienmärkte legte der Energiemarkt zu. So erhöhte sich der Ölpreis im abgelaufenen Jahr um gut 50% und war einer der Inflationstreiber. Mit Blick auf die Anleihenmärkte wird deutlich, dass hier leicht negative Kursbewegungen vor allem im Staatsanleihensegment zu verarbeiten waren, während Hochzinsanleihen und Inflationsanleihen zulegen konnten.



Beim Rückblick auf das Jahr 2021 fällt auf, dass es erneut viele tragende Ereignisse gab. Gut zwei Jahre nach dem massiven Auftreten des Corona-Virus sucht die Welt den Weg von der Pandemie zur „End-emie“. So bremsten die COVID-19-Wellen die Erholung teils ab. In Summe setzte sich die konjunkturelle Erholung jedoch fort und die geld- sowie fiskalpolitischen Ereignisse trieben die Märkte und damit das voranschreitende Reflationsszenario an. So verkündete die EZB im Juli das Pandemie-Notfallkaufprogramm, um das Zinsniveau tief und das Inflationsziel künftig symmetrisch um die 2%-Marke zu halten. US-Präsident Joe Biden begann zügig nach seinem Amtsantritt Konjunkturprogramme in Billionenhöhe zu verabschieden und zu implementieren. Im Verlauf des Jahres zogen die Inflationsraten massiv an, da es zu Störungen in den Lieferketten kam und die Rohstoffpreise stark stiegen.
Im neuen Jahr 2022 wird sich der Wandel an den Finanzmärkten, in der Wirtschaft und der Schub hin zu einer CO2-reduzierenden Weltwirtschaft verstärken. Ferner scheint sich die Pandemie zu einer „End-emie“ zu entwickeln. Die ersten Studien und Zahlen aus Afrika und England legen den Schluss nahe, dass die Omikron-Virusvariante als Nachfolger der Delta-Variante zwar deutlich ansteckender ist, jedoch zeigen die Daten des südafrikanischen National Institute For Communicable Diseases deutlich weniger Hospitalisierungen als in den vorangegangenen Delta- und Alpha-Wellen. Diese Zahlen stärken unsere Annahme, dass im Jahr 2022 die Regierungen weitaus weniger auf Schließungen und Restriktionen zurückgreifen werden, was die ökonomische Erholung vor allem in Europa und Asien stützen sollte.
Im Zuge dieser Annahme sehen wir, dass sich unser Basisszenario einer Reflation voran entwickelt, obgleich dieses bereits in eine späte Phase eingetreten ist. Wir rechnen mit einem positiven überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstum von weltweit +5%. Die hohen Inflationsraten werden uns zumindest bis zum Sommer 2022 weiter begleiten, allerdings mit rückläufiger Tendenz, da sich neben den Rohstoffpreisen auch die Lieferengpässe etwas beruhigen werden. Für das gesamte Jahr 2022 sehen wir in den USA und der Eurozone jedoch weiterhin Inflationsraten oberhalb der Notenbankziele. Weiterhin hängt sehr viel von den Zentralbanken ab – das Reflationsszenario kann nur bestehen, wenn die Normalisierung der Geldpolitik nicht zu schnell, zu stark oder gar zu abrupt erfolgt. In diesem Umfeld sehen wir die Unternehmensgewinne im niedrigen zweistelligen Bereich wachsen, was dem Aktienmarkt Auftrieb verleihen wird.
Die US-Notenbank beschleunigte im Dezember ihren Weg, die Anleihekäufe zurückzuführen und avisiert mittlerweile sogar höhere Zinsen für 2022.


Performance der wichtigsten Finanzmärkte in 2021


Für den Anleihebereich bedeutet dies: Anlegerinnen und Anleger können auf der Rentenseite nach wie vor nur sehr magere Erträge erwarten, weswegen eine Untergewichtung weiterhin Sinn macht. Während die kurzfristigen Zinsen in der Eurozone auf tiefen Niveaus verharren werden, könnten die kurzfristigen US-Zinsen weiter anziehen und zu einem Verflachen der Zinskurve führen, sollte die US-Notenbank tatsächlich den Pfad zu höheren Zinsen beschreiten. Wir rechnen allerdings damit, dass angesichts noch bestehender Reserven am US-Arbeitsmarkt die US-Notenbank eine weniger restriktive Geldpolitik verfolgen wird als derzeit befürchtet, was die kurzfristigen Zinsen auf niedrigem Niveau halten dürfte und zum anderen bedingt, dass die 10-jährigen US-Staatsanleihen im neuen Jahr gen 2,0% steigen werden. Die 10-jährigen Bundesanleihen werden sich diesem Trend nicht entziehen können und werden, wenn auch weniger stark, gen +0,3% anziehen. Wir raten daher unseren Anlegerinnen und Anlegern weiterhin zu kurzen bis mittleren Laufzeiten und somit zu einer insgesamt kürzeren Duration. Da US-Staatsanleihen in der ersten Hälfte des vierten Quartals 2021 bereits einen Schub erlebten, haben wir diesen Renditeanstieg genutzt, um unsere US-Staatsanleihequote zu erhöhen. Wir haben hierfür teils USD-basierte Positionen, aber auch währungsgesicherte Positionen, aufgebaut, da die Absicherungskosten attraktiv waren. Schwellenländeranleihen bieten sich zusammen mit Hochzinsanleihen und Nachranganleihen aus dem Finanzsektor weiterhin als Beimischung an, da attraktive Coupons für diese Segmente sprechen. Obgleich die Inflationserwartungen stark gestiegen sind, empfehlen wir ferner eine weitere Beimischung von inflationsgeschützten Anleihen, da sich der Trend vor allem im ersten Halbjahr fortsetzen sollte. Alles in allem bevorzugen wir im Anleihebereich mittlere Laufzeiten und mischen selektiv einige Themen und Nischenmärkte bei. Staatsanleihen vervollständigen das Portfolio als hochliquide Anlageinstrumente und stabiler Anker in zunehmend volatilen Marktphasen, welche wir für 2022 vermehrt erwarten.

Für die Aktienmärkte bedeutet dies ein durchaus konstruktives Bild, wenn auch nicht mit den gleichstarken Werttreibern wie in 2021. So profitierten im vergangenen Jahr die Aktien von einem deutlichen Gewinnwachstum, neue Allzeithochs wurden erreicht. Wir erwarten im positiven konjunkturellen Umfeld Gewinnwachstumsraten von rund 10 bis 15% für das neue Jahr. Dies spricht für einen positiven Aktienmarkt mit Gesamterträgen von rund 10%. Da die Zinsen in einem Umfeld der normalisierenden Geldpolitik nicht mehr ganz so schnell und stark anziehen werden und die Markterwartungen für das Tapering im neuen Jahr wie auch die Anhebung der Zinsen teils diskontiert sind, ist davon auszugehen, dass die Aktienmärkte ihr Potential, von erhöhten Volatilitäten begleitet, entfalten werden.

Diese Verflechtungen sind uns nur allzu gut bekannt, da in einem solchen Umfeld durch die befürchtete Richtungsänderung der Zentralbanken mit stärkeren Rücksetzern zu rechnen ist. Betrachten wir die Gewinne der Unternehmen, so fällt auf, dass sich diese in 2021 besser entwickelt haben als die Kurszuwächse. Durch das zu erwartende Gewinnwachstum in 2022 und die teils attraktiven Bewertungen sehen wir Potential für die Aktienmärkte. Unsere Priorisierung liegt hierbei auf Schwellenländeraktien, die im alten Jahr durch die regulatorischen Eingriffe zum Beispiel in China und aufgrund der Wachstumsabschwächung unter Druck standen, was zu attraktiven Bewertungen bei gleichzeitig realistischeren Gewinnerwartungen geführt hat. In China dürfte die weniger restriktive Geld- und Fiskalpolitik bei gleichzeitig diskontierter Regulierung in Sektoren wie Technologie eine Erholung und damit eine positive Outperformance bringen. Die Eindämmung der Covid-19-Pandemie wird in Asien zu einer spürbaren konjunkturellen Erholung und zu Gewinnwachstum führen.

Ein ähnliches Szenario sehen wir in Europa, wo wir eine konstruktive Gewichtung in substanzstarke nachhaltige europäische Aktien empfehlen. Die konjunkturellen Aussichten verbessern sich in der Eurozone zunehmend und damit auch die Gewinnaussichten innerhalb der entwickelten Länder. So sehen wir deutliche Nachholeffekte in Europa als positive Vorzeichen für das Wachstum und die positiven Entwicklungen in Asien, was vor allem exportorientierten nachhaltigen Substanzwerten zu Gute kommt. Abschließend folgt unsere Gewichtung in amerikanischen Aktien, welche in Anbetracht der Normalisierung der Geldpolitik durch die US-Notenbank eher zu einem Einbremsen der Aktienhausse führen sollten. Ferner gehen wir von einem weiteren Anstieg der Realzinsen in den USA aus, was ebenfalls für Gegenwind sorgen wird. Die Lage für den US-Aktienmarkt bleibt solide und teils konstruktiv. Unsere Priorisierung hat sich jedoch im Vergleich zu 2021 in Richtung Schwellenländer mit den Schwerpunkten auf asiatische und europäische Aktien verschoben.


Bloomberg-Konsens-12-Monate-Forward-Gewinnerwartungen für den S&P 500 Index


Den Bereich alternative Investments sehen wir zunehmend als attraktiven Portfolioblock innerhalb unserer Asset Allokation. So bieten alternative Anlagen Diversifikationseigenschaften, die der Portfoliorobustheit zu Gute kommen. Darüber hinaus bieten diese Anlagen meist attraktive risikoadjustierte Renditen. Zusätzlich gibt es nachhaltige Komponenten, die sich in diesem Segment sehr gut realisieren lassen. In diesem Bereich raten wir zu physisch hinterlegtem Gold als Investment, genauso wie zu Infrastruktur- und Immobilien-Investments. Letzteres lässt sich besonders stark mit dem nachhaltigen Impact-Gedanken verbinden, da bekanntermaßen Gebäude und Immobilien für fast 40% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind. Weil sich der weltweite Bestand an Gebäuden wahrscheinlich bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird, ist eine nachhaltige Gebäude- und Infrastruktur ein wichtiger Impacttreiber für die gemeinschaftlichen CO2-Ziele der Zukunft.

Die Rohstoffmärkte, die im Jahr 2021 stark zulegen konnten, werden sich im neuen Jahr verhaltener entwickeln. Denn zum einen wird die OPEC an ihrem Kurs der geplanten Steigerung der Erdölfördermenge festhalten und damit für Entspannung am Energiemarkt sorgen, zum anderen beginnen sich die Preise für andere Vorprodukte zu normalisieren. Nichtsdestotrotz führen die hohen Rohstoffpreise dazu, dass die Inflationsraten zumindest von dieser Seite für das erste Halbjahr 2022 noch weiteren Auftrieb erhalten und anschließend aufgrund der hohen Basiseffekte aus dem Vorjahr ihre Normalisierung beginnen sollten.


BNP Paribas Globaler Infrastruktur-Aktienindex (indexiert)


Nachhaltigkeit wird auch im neuen Jahr eine zentrale Rolle einnehmen. Die BayernInvest wird dieses Thema unter der Maßgabe „Wir machen Nachhaltigkeit profitabel. Und Profitabilität nachhaltig“ weiterhin stark voranbringen. Das Interesse aller Stakeholder intensiviert sich weiter. Die Klimagipfel COP 26 und COP 15 werden mit ihren Ergebnissen dazu führen, dass ökologische Maßnahmen in den kommenden Jahren zunehmend in den Fokus rücken und damit die Agenden bestimmen werden. Die Unternehmen werden dementsprechend ihr Geschäft auf die neuen Gegebenheiten anpassen. Es ist schon heute ersichtlich, dass Unternehmen, die frühzeitig damit beginnen, klare Gewinner in Bezug auf ihre risikoadjustierten Renditen sind. Anlegerinnen und Anleger müssen sich somit auf Unternehmen konzentrieren, die diese Risiken bestmöglich bewältigen werden und somit langfristig auch outperformen können.


Übersicht Ausblick 2022 Déjà-vu in volatilen Zeiten:


Zusammenfassend erwarten wir für das Jahr 2022 folgende Entwicklungen:

  • Die Wirtschaftsdynamik bleibt mit einem globalen Wirtschaftswachstum gen +5% in 2022 auf Erholungskurs. Unser Szenario der Reflation, in dem sich das Wachstum fortsetzt und die Inflationsraten hoch bleiben, bildet unser Basisszenario in einem Umfeld der normalisierenden Geldpolitik.
  • Die kurzfristigen Zinsen werden in der Eurozone weiter auf den tiefen Niveaus verharren. Die Zinsen am langen Ende werden jedoch bedingt durch die Erholung und durch den Rückzug der Notenbanken anziehen, weswegen wir die 10-jährigen US-Staatsanleihen bei 2,0% und die 10-jährigen Bundesanleihen nahe +0,3% sehen.
  • Risikoanlagen und damit Aktien bleiben attraktiver als Staatsanleihen, getrieben durch die weiterhin positiven Gewinnwachstumsraten, welche gen +15% zu erwarten sind. In dem sich wandelnden Umfeld einer geldpolitischen Divergenz ist eine höhere Volatilität zu erwarten.
  • Für unsere Kundenportfolios empfehlen wir eine konstruktive Risikostruktur mit Fokus auf nachhaltige Substanzaktien und Unternehmensanleihen unter selektiver Beimischung von sicherheitsorientierten Anlagesegmenten wie Staatsanleihen, Gold und alternativen Anlagen.
  • Für die Asset Allokation sollte dementsprechend eine offensive Risikoallokation angestrebt werden mit einem Schwerpunkt auf Qualitäts- und Substanzaktien aus Schwellenländern, gefolgt von Europa und den USA. Auf der Anleiheseite raten wir zu mittleren Laufzeiten unter Beimischung von Schwellenländeranleihen, Nachranganleihen und Hochzinsanleihen, welche vor dem Hintergrund der derzeit noch interessanten Bewertungen und dem attraktiven Coupon sinnvoll erscheinen.
  • Alternative Anlagen vervollständigen unser Portfolio dank ihres Diversifikationscharakters und ihrer attraktiven Ausschüttungen.

Die Portfolioveränderungen unserer Hausmeinung basieren auf dem BayernInvest Investmentansatz mit den drei Säulen:


Veränderungen an den Kapitalmärkten werden situativ und fortlaufend im BayernInvest Investmentansatz berücksichtigt. Im Kern unseres Ansatzes streben wir eine solide Rendite mit Fokus auf nachhaltigen robusten Substanzanlagen an. Im Laufe des vierten Quartals haben wir unsere Aktienquote in die Dezemberkorrektur in der Erwartung erhöht, dass das Wachstum der entwickelten Volkswirtschaften vor allem in der Eurozone über dem Trendwachstum in 2022 liegen wird. Die Nachholeffekte in der Eurozone sollten den Konsum unterstützen und sich damit ebenso positiv auswirken wie das Nachlassen des Inflationsanstieges, da die Basiseffekte die Inflation einbremsen werden. Die Stimmungsindikatoren deuteten ein pessimistisches Marktsentiment an, wodurch uns ein antizyklischer Zukauf sinnvoll erschien. Indem wir die Eurolandaktienquote von leicht untergewichtet auf neutral setzen, haben wir die gesamte Aktienquote von neutral auf leicht übergewichtet innerhalb unserer Asset Allokation angehoben. Diese Erhöhung über nachhaltige Substanzaktien stärkt unseren Renditeblock, da die gewählten Aktien mit ihrem Substanzaktienbias stabile und gesunde Dividenden erwirtschaften.

Um diese Erhöhung zu finanzieren, haben wir unsere Euro-Staatsanleihenquote reduziert. Unsere Empfehlung ist damit eine Reduktion der Gewichtung von leicht untergewichten auf stark untergewichten bei einer gleichzeitig kürzeren Duration. Der Grund für diese Reduktion ist unsere Erwartung, dass die Zinsen nach der Konsolidierung im neuen Jahr 2022 erneut anziehen gen +/-0 bzw. leicht darüber. Unsere Duration im Portfolio bewegt sich aktuell um die sechs Jahre und ist damit zwei Jahre kürzer als eine vergleichbare Benchmark.

Im Zuge der aktiven Bewirtschaftung unserer robusten Kernstrategie im Portfolio haben wir unsere US-Staatsanleihenposition weiter ausgebaut. Wir haben somit die anziehenden Zinsen in den USA antizyklisch genutzt, um die Position zu erhöhen. Wir haben uns hierbei für US-Staatsanleihen mit mittleren Laufzeiten entschieden und dieses über ETFs teils in USD bzw. teils in Euro abgesichert in das Portfolio gekauft.

Die Aufstockung der US-Staatsanleihen macht unser Portfolio robuster und zusätzlich ertragsstärker, da diese Anleihen mit positiven Coupons auf unsere Einkommensstrategie einzahlen. Darüber hinaus haben wir eine erste Position in US-Unternehmensanleihen mit guter Qualität in die Portfolien aufgenommen. Ziel ist es hier ebenfalls einkommensgenerierende Anlagen für das Anlagejahr 2022 zu erhöhen. Refinanziert haben wir diesen Schritt mit dem Abbau von Investment Grade-Unternehmensanleihen aus der Eurozone. Einen weiteren Schritt in Richtung einer robusten Einkommensstrategie haben wir unternommen, indem wir unseren Bestand an Schwellenländeranleihen aufgestockt haben. Die Aussicht auf eine Erholung in China ist ein gutes Vorzeichen für die Gewinne in der Region. Mit der Eindämmung von Covid-19 dürften die asiatischen Volkswirtschaften eine spürbare Konjunktur- und Gewinnerholung erleben.  

Unser Anlageansatz wird zudem über aktives Opportunitätsmanagement in Form einer aktiven antizyklischen taktischen Asset Allokation ergänzt. In diesem Rahmen haben wir im Laufe des vierten Quartals einen weiteren Schritt im High Yield- & Nachrang-Segment unternommen. Wir raten zwar weiterhin, das High Yield-Segment übergewichtet zu lassen, hatten jedoch zum Jahreswechsel die Position taktisch sehr stark ausgebaut. Nach einer guten Performance im Laufe des letzten Quartals haben wir erneut Gewinne in diesen Segmenten mitgenommen und so die Positionen rebalanciert.

Da wir mit unserem Anlageansatz auch aktives Risikomanagement betreiben, die Erwartungen am Kapitalmarkt ständig hinterfragen und unsere Sensitivitäten dementsprechend kontinuierlich überprüfen, haben wir unsere Portfolios vor dem zunehmenden Risiko steigender Zinsen weiter angepasst und unsere langlaufenden Pfandbriefe (Covered Bonds) stark zurückgefahren.

Da Covered Bonds in Bezug auf ihre Spreads kaum noch bzw. nur noch selektiv attraktiv erscheinen, haben wir diese Position halbiert. Unsere strategische Übergewichtungsempfehlung für Pfandbriefe haben wir dementsprechend von übergewichten auf neutral zurückgenommen und somit die Zinssensitivität im Portfolio durch diesen Schritt reduziert.  

Einen weiteren Schritt in Bezug auf aktives Risikomanagement haben wir vollzogen, indem wir die USD-Gewichtung über US-Staatsanleihen leicht erhöht haben. Wir gehen davon aus, dass der Zinsanstieg in den USA in 2022 weniger Potential hat als bislang angenommen, da die US-Notenbank-Kommunikation bereits gut diskontiert ist. Nichtsdestotrotz ist ein leichtes Ansteigen der Zinsen in 2022 bei einem gleichzeitigen Abflachen der Zinsstrukturkurve zu erwarten. Dies sollte im ersten Halbjahr zu einem weiteren leichten Anstieg des USD führen. Der USD bringt eine Diversifikationskomponente in das Portfolio, welche das Portfolio in volatilen Marktphasen robuster werden lassen kann.

Wir versuchen so, über alle drei Säulen des BayernInvest Investmentansatzes mit unserer ausgewogenen nachhaltigen Substanzstrategie eine attraktive Rendite für unsere Kundinnen und Kunden zu generieren.


Fazit

Für den Verlauf des Jahres 2022 erwarten wir in unserem Basis-Szenario der Reflation stabile Gewinnwachstumsraten von +10-15% seitens der Unternehmen. Die Aktienmarktrenditen haben auf dieser Basis positives Potential und erscheinen daher deutlich attraktiver als Anleihen. Für unsere Anlagestrategie bedeutet dies, dass wir unsere leicht offensiv ausgerichtete Asset Allokation mit der Hochstufung der Eurolandaktien verstärkt haben. Die zu erwartende Volatilität an den Märkten wird im Börsenjahr 2022 Opportunitäten bieten, die wir antizyklisch ergreifen werden. Wir werden dementsprechend aktiv und antizyklisch innerhalb unserer verantwortungsvollen nachhaltigen Anlagestrategie agieren, die neben der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten (Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) über aktives Engagement auch Aspekte des wirkungsorientierten Anlegens einbindet.

Die Hauptrisiken sehen wir im Bereich der Zentralbanken und der Geopolitik gepaart mit Unsicherheiten seitens der noch zunehmenden Inflationsängste und den damit einhergehenden Veränderungen am Zinsmarkt. Ferner sind die Entwicklungen hinsichtlich der Pandemie und der Ausbreitung neuer Mutationen des Covid 19-Virus eine mögliche Risikoquelle, obgleich wir basierend auf den Erkenntnissen aus Südafrika und England in Bezug auf die Omikronvariante für 2022 eher eine Bewegung in Richtung „End-emie“ sehen.

Das volatile Marktumfeld wird bestehen bleiben. Unsere Portfolios sind entsprechend robust ausgerichtet. Somit tragen wir dem aktuellen Umfeld bestmöglich Rechnung. Für das Jahr 2022 haben wir unsere leicht konstruktive Risikostruktur in den Portfolios ausgebaut, um eine Balance zwischen Risiko und Chance zu gewährleisten. Wir sind nun leicht konstruktiver, aber risikobewusst investiert und beobachten die Veränderungen sehr genau, um gegebenenfalls antizyklisch zu agieren.


BayernInvest Musterportfolio Allokation nach den Risikoprofilen konservativ, ausgewogen und dynamisch


Währungsallokation im konservativen Risikoprofil


Mit freundlichen Grüßen
Ihr CIO Daniel Kerbach

Daniel Kerbach


Daniel Kerbach,
Chief Investment Officer
Head Investment Management


Diese Unterlage wurde auf Grundlage von nach Ansicht der BayernInvest Kapitalverwaltungsgesellschaft (BI) als zuverlässig und genau geltenden Quellen erstellt, ohne dass die BI eine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Quellen übernimmt. Aus der in dieser Präsentation gemachten Angaben kann keine verbindliche Aussage über künftige Wertentwicklungen gemacht werden. Die Unterlage wurde von der BI nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, ohne dass eine Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit übernommen wird. Sie soll lediglich als allgemeine Information dienen und gibt das Meinungsbild der BI wieder. Die geäußerten Ansichten können je nach Markt- und anderen Bedingungen jederzeit Veränderungen unterliegen. Die BI übernimmt keine Gewähr dafür, dass sich Länder, Märkte oder Branchen wie erwartet entwickeln. Investitionen enthalten Risiken, bspw. politische und währungsbedingte Risiken. Die Rendite und der Wert der zugrundeliegenden Anlagen können sinken oder steigen und können zu einem vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Die BayernInvest haftet nicht für den Eintritt einer bestimmten Performance der Anlage. Soweit die Präsentation eine Angabe einer Performance eines von der BI verwalteten Fonds enthält, ist die Performance nach BVI-Methode berechnet. Bei Bruttoperformance werden die auf Fondsebene anfallenden Kosten (z.B. Verwaltungsvergütung, Prüfungskosten, Trading Kosten etc.) nicht, bei Nettoperformance werden die auf Fondsebene anfallenden Kosten berücksichtigt. Die auf Kundenebene anfallenden Kosten (Ausgabeaufschlag, Depotkosten etc.) sind in der angegebenen Performance nicht berücksichtigt. Bei einer Anlage in Publikumsinvestmentvermögen sind die im Verkaufsprospekt beschriebenen Regelungen maßgeblich. Die Haftung der BI beschränkt sich auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Im Falle der Verletzung von Kardinalpflichten haftet die BayernInvest auch für einfache Fahrlässigkeit. In diesen Fällen ist die Haftung jedoch auf den typischen und vorhersehbaren Schaden beschränkt. Die Haftungsbeschränkung gilt neben dem Empfänger dieses Dokuments auch gegenüber Dritten, die dieses Dokument möglicherweise prüfen oder Informationen hieraus verwenden. Die Beschränkung der Haftung bezieht sich auf sämtliche Verluste sowie unmittelbare Schäden und Folgeschäden. Die Präsentation beinhaltet weder eine persönliche anleger- und objektgerechte, bzw. steuerliche oder rechtliche Beratung. Diese Präsentation richtet sich an „Professionelle Kunden“ und „Geeignete Gegenparteien“, nicht aber an „Privatkunden“ im Sinne des § 67 WpHG. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Präsentation in Folge dessen nicht die Vorgaben der BaFin im Hinblick auf Informationen durch Kapitalverwaltungs- und Wertpapierhandelsgesellschaften gegenüber Privatkunden erfüllt.